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Denn die für die Vergangenheit ermittelten Zahlen können nicht einfach fortgeschrieben werden. Sobald sich die arbeitsmarktpolitischen Rahmenbedingungen wie Regulierungen, Löhne oder Kapitalkosten ändern, kommen auch die Schwellenwerte in Bewegung. Dass eine Politik nach dem Motto „Wir müssen das Wirtschaftswachstum nur über den Schwellenwert hieven und schon steigt die Beschäftigung“ nicht so einfach funktioniert, zeigt auch das Beispiel Italien. Dort reichte langfristig ein BIP-Zuwachs von nur 1 Prozent, um den Arbeitsmarkt in Schwung zu setzen, seit Mitte der neunziger Jahre war aber ein Wachstum von fast 8 Prozent notwendig. In Ländern wie der Schweiz kann die Schwelle sogar negative Werte ausweisen – weil etwa aus vollen Stellen Teilzeitarbeitsplätze wurden. Die Politik sollte daher den Weg der Arbeits­marktreformen weiter beschreiten: Das Wirtschaftswachstum ist umso kräftiger, je mehr Menschen arbeiten und folglich produzieren.

Holger Schäfer
Beschäftigungs- und Arbeitslosenschwellen – Interpretation und internationaler Vergleich
IconIW-Trends 2/2005