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Bis auf die 40- bis 50-Jährigen sind dabei alle Arbeitnehmergenerationen gewerkschaftsmüde. Unter den Berufseinsteigern bis zum Alter von 30 Jahren beispielsweise sank der Organisationsgrad seit den achtziger Jahren um satte 11 Prozentpunkte auf durchschnittlich 15 Prozent in der ersten Hälfte des laufenden Jahrzehnts. Die aktuelle Gewerkschaftsneigung unterscheidet sich zum einen deutlich zwischen den Berufsständen. So sind nur 15 Prozent der Angestellten Mitglied bei ver.di & Co. Sehr großen Wert auf ein gemeinsames Sprachrohr legen dagegen die Beamten mit einem Organisationsgrad von zuletzt fast 40 Prozent. Zum anderen ist der Gewerkschaftseinfluss generell umso größer, je mehr Mitarbeiter ein Unternehmen zählt. In Kleinbetrieben mit weniger als zehn Beschäftigten ist häufig kein einziger Kollege Gewerkschaftsmitglied – in Unternehmen mit 500 oder mehr Beschäftigten indes jeder dritte.

Hendrik Biebeler, Hagen Lesch
Mitgliederstruktur der Gewerkschaften in Deutschland
IW-Trends 4/2006