Ölpreise dämpfen Image
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Eine IW-Analyse zeigt jedoch, dass die ma­geren realen Lohnzuwächse nicht nur das Ergebnis geringer Tariflohnsteigerungen sind. Vielmehr sind sie auch der Arbeitszeitverkürzung und den hohen Energiepreisen geschuldet. Zwischen 1995 und 2005 stiegen die realen Arbeitskosten je Stunde um 12,9 Prozent. Gleichzeitig sanken die realen Nettolöhne je Arbeitnehmer um 3,4 Prozent.

Die Differenz von 16,3 Prozentpunkten erklärt sich jeweils etwa zur Hälfte durch kürzere Arbeitszeiten (7,6 Prozentpunkte) und wachsende Importpreise (8,7 Prozentpunkte). Mit anderen Worten: Der Trend zur Teilzeitbeschäftigung dämpft die Lohnentwicklung je Erwerbstätigen ebenso wie die kräftigen Energiepreisverteuerungen. Der Staat hat sich seit 1995 hingegen verteilungspolitisch neutral verhalten: Höhere Sozialabgaben wurden durch die Lohnsteuerentlastungen ausgeglichen.