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Bevor der Euro kam, dominierte der Dollar das Geschehen mit 39 Prozent, während nur rund 27 Prozent der festverzinslichen Wertpapiere mit internationaler Ausrichtung in europäischen Währungen ausgestellt waren. Ihrer Gemeinschaftswährung haben es die Eurostaaten auch zu verdanken, dass die Finanzmarktkrise sie nicht noch viel härter trifft, als es ohnehin der Fall ist.

Das Beispiel Polen zeigt die möglichen Verwerfungen: Dort haben viele Bauherren in den vergangenen Jahren günstigere Darlehen in Fremdwährungen wie dem Euro oder dem Schweizer Franken aufgenommen. Im Zuge der Finanzkrise hat jedoch der Zloty allein in den vergangenen sechs Monaten gegenüber dem Euro um 10 Prozent abgewertet, gegenüber dem Franken sogar um 15 Prozent. Dadurch steigt die Gefahr, dass polnische Kreditnehmer ihre Hypothekenraten nicht mehr zahlen können. Größere Währungsräume wie die Eurozone sind vor solchen Fehlentwicklungen eher gefeit. Zum einen werden Fremdwährungskredite angesichts des großen und günstigen heimischen Angebots kaum benötigt. Zum anderen ist beim Euro als zweitwichtigster Reservewährung der Welt kaum mit größeren Schwankungen zu rechnen.

Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.)
Zehn Jahre Euro – Erfahrungen, Erfolge und Herausforderungen
IW-Analysen Nr. 43, Köln 2008, 152 Seiten, 24,80 Euro
Bestellung über Fax: 0221 4981-445 oder unter: www.divkoeln.de