Berufsausbildung versus Bachelor Image
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Demnach eröffnen beide Qualifikationswege gute berufliche Perspektiven. So üben mehr als zwei Drittel der angestellten beruflich Ausgebildeten qualifizierte Tätigkeiten aus; 16 Prozent besetzen eine leitende Position. Von denjenigen, die eine Aufstiegsfortbildung – z.B. zum Meister oder Techniker – absolviert haben, nimmt sogar über ein Drittel eine Führungsposition ein. Damit übertreffen sie den Anteil der Fachhochschulabsolventen (die Vorgänger der Bachelors) in leitenden Tätigkeiten (30 Prozent). Allerdings verdienen Führungskräfte mit FH-Abschluss im Schnitt 600 Euro mehr als Fachkräfte mit Weiterbildung.

In jedem Fall muss sich die Berufsausbildung weiterentwickeln, um für junge Menschen attraktiv zu bleiben. Die IW-Studie empfiehlt unter anderem ein größeres Angebot an Zusatzqualifikationen – etwa im Bereich Fremdsprachen. Zudem sollte der Hochschulzugang für Berufspraktiker stärker geöffnet werden. Diese müssten für ihre im Job erworbenen Kompetenzen Pluspunkte an der Universität erhalten. Ein staatlich geprüfter Betriebswirt beispielsweise könnte bei einer angemessenen Vergabe sogenannter Credit-Points und entsprechender Förderung sein Bachelorstudium dann in vier statt sechs Semestern durchziehen.

Dirk Werner, Christian Hollmann, Jörg Schmidt
Wie entwickeln sich angesichts des Strukturwandels zur Wissensgesellschaft und der Einführung der Bachelorstudiengänge die Chancen für duale Ausbildungsberufe und das duale System?
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IW-Nachricht, 26. Januar 2017

Auslandsstudium Eine europäische ErfolgsstoryArrow

Dank Bologna und Erasmus hat sich die Zahl der deutschen Studierenden im Ausland seit den 1990er Jahren mehr als verdreifacht, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilt. Das Auslandsstudium verbessert die Jobchancen und stärkt das Interesse für Europa. Der Brexit stellt diesen Austausch jedoch teilweise in Frage. mehr

"Der Master wird überschätzt"
Interview, 13. Dezember 2016

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Ein Bachelorabsolvent, der längere Praktika gemacht hat, wird einem Masterabsolventen, der noch nie ein Unternehmen von innen gesehen hat, garantiert vorgezogen, sagt IW-Bildungsökonomin Christiane Konegen-Grenier im Interview mit dem Studentenmagazin Zeit Campus. mehr