Kein deutscher Wettbewerbsvorteil Image
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Das Argument, Deutschland habe sich mit seiner moderaten Lohnpolitik im vergangenen Jahrzehnt auf den Exportmärkten Wettbewerbsvorteile verschafft und die Binnenkonjunktur vernachlässigt, greift jedoch zu kurz. Denn mit dem Tritt auf die Kostenbremse wurden nicht einmal die Sünden der Vergangenheit wettgemacht. Im Jahr 2009 lagen die Arbeitskosten in der westdeutschen Industrie immer noch um 29 Prozent über dem durchschnittlichen Niveau der fortgeschrittenen Volkswirtschaften – 1991 waren es erst 23 Prozent. Mit 36,05 Euro je Arbeitnehmerstunde schulterten die westdeutschen Industriefirmen außerdem die vierthöchsten Arbeitskosten der Welt. Nur in Norwegen, Belgien und der Schweiz mussten die Unternehmen zuletzt mehr Geld für Löhne und Lohnnebenkosten aufbringen. Ostdeutschland präsentiert sich dagegen nach wie vor als günstiger Standort – dort produziert die Industrie mit Arbeitskosten von 21,11 Euro je Stunde.

Christoph Schröder
Industrielle Arbeitskosten im internationalen VergleichIconIW-Trends 3/2010

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IW-Trends, 19. Januar 2017

Christoph Schröder Lohnstückkosten im internationalen VergleichArrow

Das Lohnstückkostenniveau des deutschen Verarbeitenden Gewerbes ist nach wie vor hoch. Im Durchschnitt lagen die Lohnstückkosten in den ausgewählten Vergleichsländern im Jahr 2015 um 11 Prozent unter dem deutschen Niveau. Der Euroraum hatte mit 4 Prozent nur einen moderaten Vorteil gegenüber Deutschland. mehr

11. Januar 2017

Lohnstückkosten Die Kostenbelastung bleibt hochArrow

Die deutsche Industrie muss im Vergleich zur internationalen Konkurrenz weiterhin mit einem deutlichen Kostennachteil zurechtkommen. In den Jahren seit der Finanz- und Wirtschaftskrise sind die Lohnstückkosten in Deutschland sogar deutlich schneller gestiegen als im Ausland. mehr auf iwd.de

Interview, 20. Dezember 2016

Michael Hüther in der Rhein-Neckar-Zeitung "Deutschland muss nach innen zusammenhalten"Arrow

Deutschland sollte international stärker als bisher eine Führungsrolle übernehmen. Das fordert der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), Professor Michael Hüther, in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur, das die Rhein-Neckar-Zeitung aufgegriffen hat. Er erwartet, dass die Beschäftigung in Deutschland 2017 erneut wächst. mehr