Integration klappt besser Image
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Die Nettozuwanderung hat zuletzt wieder zugenommen, und auch die Qualifikation der Zuwanderer hat sich deutlich verbessert, so eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Zuwanderer fassen heute leichter auf dem Arbeitsmarkt Fuß: Die in den vergangenen zehn Jahren zugewanderten und erwerbstätigen Personen besetzen inzwischen zu etwa 23 Prozent eine Fach- und Führungsposition – das entspricht dem Durchschnitt der erwerbstätigen Gesamtbevölkerung. Besonders erfolgreich sind jene Zuwanderer, die ein Studium an einer deutschen Hochschule abgeschlossen haben. Sie schneiden auf dem Arbeitsmarkt in etwa so gut ab wie Hochschulabsolventen ohne Migrationshintergrund.

Auch die bereits länger in Deutschland lebenden Migranten sind mittlerweile besser integriert. So konnten zum Beispiel Jugendliche mit Migrationshintergrund bei der PISA-Untersuchung aufholen – unter anderem, weil sie als Kinder häufiger zum Kindergarten gingen und dort Sprachkurse absolvierten als noch die Vorgängergeneration. Zudem haben die Unternehmen zuletzt häufiger Anstrengungen unternommen, die Potenziale von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu heben. Eine Unternehmensbefragung des IW hat ergeben, dass 34 Prozent der Firmen mit mehr als 250 Mitarbeitern Sprachförderangebote planen oder bereits umgesetzt haben. Etwa 30 Prozent der befragten Unternehmen gaben zudem an, kulturelle Besonderheiten im Alltag zu berücksichtigen. Hinzu kommt, dass ausländische Abschlüsse künftig leichter anerkannt werden sollen und Zuwanderer deshalb demnächst wohl häufiger in ihren eigentlichen Berufen arbeiten können. Dies alles dürfte die Integrationsergebnisse auch in Zukunft verbessern.

Ansprechpartner

IW-Kurzbericht, 14. Februar 2017

Oliver Koppel / Axel Plünnecke Erste Erfolge der qualifizierten Zuwanderung aus IndienArrow

Bereits in den letzten Jahren haben Zuwanderer erheblich zur Fachkräftesicherung in MINT-Berufen beigetragen. Bestrebungen, MINT-Zuwanderer aus dem Herkunftsland Indien zu gewinnen, zeigen erste Erfolge – sowohl die Zahl der Beschäftigten in akademischen MINT-Berufen als auch die Zahl der Studierenden in MINT-Fächern sind zuletzt deutlich gestiegen. mehr

Zuwanderung in die Großstädte
Gutachten, 7. Februar 2017

Philipp Deschermeier / Ralph Henger / Björn Seipelt / Michael Voigtländer Zuwanderung in die Großstädte und resultierende WohnungsnachfrageArrow

Die Nachfrage nach Wohnraum in den deutschen großen Städten ist nach wie vor hoch. Ursächlich dafür ist die starke Zuwanderung sowohl aus dem Ausland als auch dem Inland. Allerdings gelingt es den Großstädten nicht, genügend zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, um die Nachfrage zu bedienen. mehr

Demografie
IW-Nachricht, 1. Februar 2017

Demografie Schrumpfen war gesternArrow

Die Rekordzuwanderung des Jahres 2015 und steigende Geburtenzahlen hellen die einst düsteren Demografie-Aussichten auf – derzeit wächst die deutsche Bevölkerung. Auch auf lange Sicht rechnet die Bundesregierung mit einer stabilen Bevölkerungszahl. Die politischen Herausforderungen werden aber nicht weniger. mehr