Zuwanderung Image
Quelle: Fotolia

Insgesamt wanderte von Januar bis Juni 2012 genau eine halbe Million Menschen in die Bundesrepublik ein. Das hatte verschiedene Gründe: Einerseits wirken aktuell die sogenannten Push-Faktoren, die die Menschen dazu treiben, ihr Land zu verlassen – einen enormen Zuwachs beobachtet man bei Zuwanderern aus den krisengeschüttelten Regionen der EU. Aus Spanien, Portugal und Griechenland wanderten in den ersten sechs Monaten 2012 zwischen 50 und 80 Prozent mehr Personen nach Deutschland ein als im ersten Halbjahr 2011. Andererseits belegt der weiter zunehmende Zuzug wohl auch die steigende Attraktivität des Standorts Deutschland. Die Sprache, die ja häufig als Zuzugsbarriere gesehen wird, scheint kaum noch eine Rolle zu spielen. Eventuell ist der jüngste Anstieg auch schon ein Ergebnis all der Initiativen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, mit denen Fachkräfte im Ausland gezielt angeworben werden.

Für den hiesigen Arbeitsmarkt ist davon auszugehen, dass die Zuwanderer positive Impulse setzen. Denn in der Regel sind junge, qualifizierte Personen mobiler als andere Gruppen und deshalb eher bereit, ins Ausland zu gehen. Nach Daten des Mikrozensus bringen viele Migranten zudem berufliche Qualifikationen in eben den Bereichen mit, die auf dem deutschen Arbeitsmarkt fehlen: Technik, Medizin und Ingenieurwesen. Dennoch sollten Deutschlands Politiker zusammen mit ihren EU-Kollegen dafür sorgen, dass die Abwanderung der Fachkräfte gen Deutschland den europäischen Nachbarn nicht zu sehr schadet. Der sogenannte Braindrain ließe sich beispielsweise durch gut durchdachte Rückkehrerprogramme und strukturelle, nachhaltige Unterstützung vor Ort abmildern.

Arbeitsmarkt
IW-Pressemitteilung, 19. Januar 2017

Arbeitsmarkt Mehr Flüchtlinge in BoomregionenArrow

Immer mehr Flüchtlinge finden einen Job, doch die Integration in den Arbeitsmarkt läuft noch nicht optimal. Das liegt auch daran, dass Flüchtlinge nicht dort wohnen, wo Arbeitskräfte fehlen, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Das muss sich ändern. mehr

IW-Trends, 16. Januar 2017

Tobias Hentze / Galina Kolev Gesamtwirtschaftliche Effekte der Flüchtlingsmigration in DeutschlandArrow

Auf der einen Seite sind die Effekte der Flüchtlingsmigration auf das Pro-Kopf-Einkommen und die fiskalische Bilanz leicht negativ. Auf der anderen Seite steigern die höheren Staatsausgaben verbunden mit einer zunehmenden Anzahl erwerbstätiger Flüchtlinge das Wirtschaftswachstum. mehr

Migrationseffekte – Integration schafft Wachstum
IW-Pressemitteilung, 16. Januar 2017

Migrationseffekte Integration schafft WachstumArrow

Die Flüchtlinge haben einen positiven Effekt auf die deutsche Konjunktur. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Demnach erhöht die jüngste Zuwanderung das Bruttoinlandsprodukt bis 2020 um insgesamt rund 90 Milliarden Euro. Der Effekt auf das Pro-Kopf-Einkommen ist vorerst negativ. mehr