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Was bei der Union die Lebensleistungsrente, ist bei der SPD die Solidarrente. Beide meinen Ähnliches, weshalb die angehenden Koalitionäre folgendes planen: Wer mindestens 40 Beitragsjahre in der Gesetzlichen Rentenversicherung aufweist und wer zudem privat und/oder betrieblich vorgesorgt hat, der soll nicht auf die Grundsicherung im Alter angewiesen sein. Bislang ist allerdings noch nicht klar, wie die Aufstockung erfolgen soll.

Unabhängig von technischen Details drohen aber teure Mitnahmeeffekte, wenn auf eine Prüfung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse verzichtet wird. Denn womöglich bezieht ein Rentner weitere Einkommen, kann auf Vermögen zurückgreifen oder ist über das Alterseinkommen des Partners bestens abgesichert. In diesen Fällen bedarf es keiner Hilfe durch die Beitrags- oder Steuerzahler. Deshalb ist es richtig, wenn sich Union und SPD darauf verständigen, vor die Rentenaufstockung eine Bedürftigkeitsprüfung zu stellen. Nur dann kann die Hilfe auf jene Personen beschränkt werden, die ihrer tatsächlich bedürfen. Folgerichtig muss diese Hilfe dann aber auch aus allgemeinen Steuermitteln und nicht aus Beiträgen finanziert werden.

Einen faden Beigeschmack behält die Zuschussrente dennoch. Denn wenn nur ein Versicherungsjahr fehlt oder jemand als Selbständiger statt als Angestellter gearbeitet hat, wird er bei Bedürftigkeit im Alter anders behandelt und schlechter gestellt.

Ansprechpartner

Interview, 25. November 2016

Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk "Gut, dass die Koalition sich nicht darauf hat einigen können"Arrow

Arbeitsministerin Andrea Nahles habe mit ihrem Wunsch, das Rentenniveau anzuheben und dafür einen höheren Beitragssatz einzufordern, Lasten verschoben, sagte Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk. Und zwar "einseitig auf die jungen Beitragszahler", so der Rentenexperte im Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Dies sei "eine grundlegend falsche Entscheidung". mehr

Zukunft der Altersversorgung
IW-Nachricht, 25. November 2016

Zukunft der Altersversorgung Der Renten-Wahlkampf ist eröffnetArrow

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles plädiert für ein Mindestrentenniveau von 46 Prozent auch nach dem Jahr 2030. Das wird nur mit höheren Belastungen der nachfolgenden Generationen möglich sein. Den Nachweis, warum die bisherige doppelte Haltelinie nicht reicht, bleibt die Ministerin schuldig. mehr

Rentengipfel
IW-Nachricht, 24. November 2016

Rentengipfel Weitblick statt AktionismusArrow

Wenn die Große Koalition um einen Rentenkompromiss streitet, geht es nicht nur um einen Interessenausgleich zwischen gut und gering verdienenden Arbeitnehmern sowie Menschen mit niedrigen oder hohen Renten. Es geht eigentlich auch um die Interessen der jungen Beitragszahler und Kinder – doch die werden häufig nicht berücksichtigt. mehr