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Im nächsten Jahr wird ein weiterer Rückgang auf rund 3 Millionen erwartet. Und doch meinen manche, ein Haar in der Suppe gefunden zu haben: Über die Hälfte des Beschäftigungsaufbaus sei auf das Wachstum der Zeitarbeit zurückzuführen. Dieses Muster ist für eine Erholung nach einer Krise jedoch ganz normal. Auch frühere Aufschwungphasen verliefen nach dem Fahrplan, der gegenwärtig beobachtet werden kann: Wenn nach der Krise die Auslastung der Betriebe anzieht, wird zunächst die Kurzarbeit reduziert und Arbeitszeitkonten werden aufgefüllt. Dann nimmt die Beschäftigung in flexiblen Erwerbsformen zu– befristete Beschäftigung, Zeitarbeit oder Teilzeitbeschäftigung. Erst wenn sich der Aufschwung verfestigt, werden auch die Stammbelegschaften aufgestockt.

Nicht zuletzt der rigide Kündigungsschutz sorgt hierzulande dafür, dass Betriebe bei der Einstellung von Stammkräften vorsichtig sein müssen. Dies war auch im letzten Aufschwung in den Jahren 2006 bis 2008 so. Im Jahr 2006 waren rechnerisch sogar 81 Prozent der neu geschaffenen Beschäftigungsverhältnisse Zeitarbeitsjobs. Im Jahr darauf, als sich der Aufschwung weiter fortsetzte, fiel der Anteil jedoch auf 27 Prozent. Dieses Muster ist über kurz oder lang auch jetzt zu erwarten.

Darüber hinaus nimmt die Zahl der Zeitarbeitnehmer im Abschwung stark ab, während Stammbelegschaften weitgehend stabil gehalten werden. Daher ist die Zeitarbeit mit einem Anteil von gut 2 Prozent der Beschäftigten auch eine eher kleine Branche. Von einer Verdrängung von Stammbelegschaften kann angesichts dieser Verhältnisse keine Rede sein.

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