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Werkverträge werden tagtäglich tausendfach abgeschlossen: Wenn eine Reinigungsfirma mit der Reinigung von Büros beauftragt wird oder ein Logistikunternehmen Waren anliefert, handelt es sich oft um einen Werkvertrag. Die ökonomische Idee dahinter ist, dass spezialisierte Anbieter Produkte und Dienstleistungen besser und effizienter herstellen können als der Abnehmer. Diese gesamtwirtschaftliche Arbeitsteilung ist die wesentliche Triebfeder für Produktivitätszuwächse, die ihrerseits darüber bestimmen, inwieweit Wohlstand zu- oder abnimmt.

Die Idee, dass Anbieter und Abnehmer von Werkvertragsleistungen die gleichen Löhne zahlen müssen, ist abwegig. Vielmehr ist es vollkommen normal, wenn Tätigkeiten in unterschiedlichen Branchen unterschiedlich entlohnt werden. Schließlich haben viele Werkvertragsunternehmen eigene Branchenverbände, die eigene Tarifverträge abgeschlossen haben. Die vom Petitionsausschuss ins Spiel gebrachte Regelung würde massiv in die Tarifautonomie der Anbieter von Werkvertragsleistungen eingreifen, da sie sich dann ja grundsätzlich an den Tarifen ihrer Kunden orientieren müssten. Dies wäre angesichts der 70.000 geltenden Tarifverträge in Deutschland nicht praktikabel. Unklar ist zudem, wie mit Vorleistungen zu verfahren wäre, die aus dem Ausland bezogen werden.

Statt mehr Gerechtigkeit herbeizuführen, gefährdet der Vorschlag Deutschlands Wohlstand. Denn der Plan würde dazu führen, dass in vielen Bereichen keine Werkverträge mehr zustande kommen. Unternehmen wären aber schlicht nicht wettbewerbsfähig, wenn sie ein Produkt vom Anfang bis zum Ende komplett selbst herstellen müssten.

Ansprechpartner

13. Januar 2017

ver.di Mit Streiklust gegen MitgliederschwundArrow

Fünfzehn Jahre nach der Gründung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft fällt die Bilanz gemischt aus. Die Mitgliederzahl von ver.di ging um ein gutes Viertel zurück, die Finanzen sind wieder auf dem aufsteigenden Ast – auch dank höherer Lohnabschlüsse. mehr auf iwd.de

IW-Trends, 9. Januar 2017

Hagen Lesch Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.diArrow

Im Jahr 2001 schlossen sich fünf Gewerkschaften zur Vereinten Dienstleis­tungsgewerkschaft (ver.di) zusammen. Fünfzehn Jahre nach der Gründung fällt die ver.di-Bilanz eher gemischt aus. Die Anzahl der Mitglieder sank um 27 Prozent und die Tarifbindung ging in einzelnen Tarifbereichen spürbar zurück. mehr

2. Januar 2017

Tarifpolitik Reallöhne kräftig gestiegenArrow

Im Jahr 2016 haben die Tarifpartner in den größeren Branchen zumeist mehrstufige Entgelterhöhungen mit langen Laufzeiten vereinbart. Weil die Inflation niedrig ist, sind unterm Strich spürbare Reallohnzuwächse dabei herausgekommen. mehr auf iwd.de