Warnstreiks Image
Quelle: Ver.di

Warnstreiks sollen keinen großen Schaden anrichten, aber den Druck auf die Arbeitgeberseite erhöhen. Deshalb werden sie schon vor dem Scheitern einer Tarifverhandlung organisiert. Grundsätzlich zahlt Ver.di bei Warnstreiks zwar kein Streikgeld. Wenn die Ausstände aber mehr als vier Stunden dauern, greift die Gewerkschaft doch in ihre Schatulle. Sonst würde die Streikbereitschaft leiden. Die Streikenden erhalten dann ein anteiliges Streikgeld, das bei einem vollen Arbeitstag das 2,5fache eines Monatsbeitrags ausmacht, der sich wiederum auf 1 Prozent des regelmäßigen Bruttoeinkommens beläuft. Bei einem Bruttoverdienst von monatlich 2.000 Euro entspricht das 50 Euro pro Tag.

Ver.di ist zu dieser Streikdosierung verdammt, um die Streikkasse zu schonen. Die großen Streiks im Öffentlichen Dienst (2006) und bei der Telekom (2007) haben nach Expertenschätzungen bis zu 80 Millionen Euro gekostet und ein gewaltiges Loch in die Streikkasse gerissen.

Arbeitskampf bei Amazon
Gewerkschaftsspiegel, 22. August 2016

Arbeitskampf bei Amazon Pro: Ein notwendiger TarifkonfliktArrow

Die Gewerkschaftsfeindlichkeit des Unternehmens hat nicht nur für die Beschäftigten im Handel negative Folgen, sondern untergräbt auch in anderen Bereichen die Standards von guter Arbeit. Durch ihre Streiks haben die Beschäftigten viele Verbesserungen erreicht. Sie kämpfen weiter – aber nötig ist auch gesellschaftliche Solidarität, um grundlegende Arbeitnehmerrechte durchzusetzen. mehr

Arbeitskampf bei Amazon
Gewerkschaftsspiegel, 22. August 2016

Arbeitskampf bei Amazon Contra: Kräfteverhältnisse falsch eingeschätztArrow

Die Empörung über die fehlende Tarifbindung von Amazon ist mehr als nachvollziehbar. Doch ein Streik gibt nur dann Sinn, wenn er effektiv ist. Diese goldene Regel hat die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di nicht beachtet und befindet sich nun seit drei Jahren in einem Arbeitskampf, den sie nicht gewinnen wird, aber auch nicht beenden will. Aus diesem Dilemma weiß sie keinen Ausweg. Doch Durchhalteparolen helfen den Beschäftigten nicht weiter. mehr

Gewerkschaftsspiegel, 22. August 2016

Arbeitskampf bei Amazon Grundsatzkonflikt mit politischem SprengstoffArrow

Seit Jahren schwelt ein Tarifkonflikt zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und dem Online-Versandhändler Amazon. Vordergründig geht es um die Frage, ob das Unternehmen seine Mitarbeiter nach dem Einzelhandelstarif oder dem (geringer vergütenden) Logistiktarif bezahlen sollte. Tatsächlich dreht sich der Konflikt aber um die Frage, ob ein ausländischer Konzern dazu bereit ist, sich an die arbeitsrechtlichen und sozialpartnerschaftlichen Gepflogenheiten der Länder anzupassen, in denen er Tochterunternehmen unterhält. mehr