Vermögensungleichheit Image
Verschiedene Medien berichten momentan anderes, doch die Zahlen zeigen: Die reichsten 10 Prozent der Deutschen haben weniger, nicht mehr vom Kuchen. Grafik: IW Medien

Der vierte und jüngste Armuts- und Reichtumsbericht (ARB) gelangte im Herbst 2012 an die Öffentlichkeit. Er attestierte eine immer größere Ungleichheit in der Vermögensverteilung. Nun heißt es in jüngsten Medienberichten, dass sich dieser Trend fortsetzt. Doch neu verfügbare Daten – zum Beispiel aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamts oder aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) – zeigen, dass die Ungleichheit der Vermögen seit der letzten Berichterstattung des ARB zurückgegangen ist: Im Jahr 2008 – das war der aktuellste Wert im vierten ARB – besaßen die vermögensreichsten zehn Prozent der Haushalte laut EVS 52,9 Prozent des Vermögens. In 2013 ist der Wert auf 51,9 Prozent gesunken.

Da die einkommensstärksten Haushalte in der EVS aus Datenschutzgründen allerdings nicht erfasst sind, bieten sich diese Daten nur bedingt für Verteilungsdiskussionen an. Besser eignet sich dafür das SOEP, das einkommensstarke Haushalte überrepräsentiert. Laut SOEP sank der Vermögensanteil der reichsten 10 Prozent von 2007 bis 2012 sogar von 56,7 auf 53,4 Prozent. Die Vermögenskonzentration steigt übrigens auch dann nicht an, wenn die Top-Vermögen der Superreichen gemäß Forbes-Liste hinzugeschätzt werden.

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15. August 2016

Altersvorsorge Verlustgeschäft private AltersvorsorgeArrow

Was lohnt sich, was lohnt sich nicht? Wer privat fürs Alter vorsorgt, kann am Ende eine böse Überraschung erleben, wie eine IW-Studie zeigt. Denn von vielen Vorsorgeprodukten bleibt nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben mitunter nur die Hälfte der Ansparsumme übrig. mehr auf iwd.de

Einkommensverteilung
IW-Kurzbericht, Nr. 47 vom 5. August 2016

Kristin Fischer / Judith Niehues Der Blick auf die Markteinkommen führt in die IrreArrow

In der Ungleichheitsdebatte werden immer häufiger Parallelen zwischen Deutschland und den USA gezogen. Eine augenscheinliche Ähnlichkeit der Verteilung der Markteinkommen ergibt sich allerdings eher zufällig durch institutionelle Unterschiede in den staatlichen Sicherungssystemen. Die Verteilungen der Lohn- und Nettoeinkommen der beiden Länder unterscheiden sich massiv – so wie auch die Größe der Einkommensmittelschicht. mehr

Keine amerikanischen Verhältnisse
IW-Pressemitteilung, Nr. 52 vom 5. August 2016

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Bald sei die Ungleichheit in Deutschland so hoch wie in den USA, heißt es derzeit oft. Doch eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt: Wer tut, als herrschten hierzulande amerikanische Verhältnisse, ignoriert die Wirkungen des Sozialstaats auf die Einkommensverteilung. mehr