Vermögenssteuer Image
Quelle: Fotolia

Die klassische Vermögenssteuer gibt es nur noch in Frankreich, der Schweiz und in Norwegen. Alle anderen Länder haben sie abgeschafft. Zu Recht, denn für Firmen ist sie in ertragschwachen Zeiten Existenz bedrohend. Sie müssen aus der Substanz Steuern zahlen. Die Alternative, nur Privatvermögen zu besteuern, hat auch ihre Tücken. Ein Haus, das eine Immobiliengesellschaft vermietet, wäre dann Betriebsvermögen und damit vermögensteuerfrei. Wenn das gleiche Haus von einem Privatmann vermietet wird, müsste dieser Vermögenssteuer zahlen. Die Miete wäre dann entsprechend höher.

Einen ähnlichen Effekt hätte der neuerliche DIW-Vorstoß. Das Institut möchte die Grundsteuer anheben. Das aber träfe nicht nur Reiche, sondern auch den Otto-Normalmieter, der den Posten in seiner Nebenkostenabrechnung findet. Für Politiker links der Mitte dürfte dieser Vorschlag nicht akzeptabel sein.

Jede Diskussion über die Vermögenssteuer lenkt jedoch vom eigentlichen Problem ab – den zu hohen Staatsausgaben. Allein der Bund leistet sich zwischen 2011 und 2013 ein strukturelles Defizit von 127 Milliarden Euro, das nicht aus der Bekämpfung der Wirtschaftskrise resultiert.

Die Belastungs- und Aufkommenswirkungen der kalten Progression
IW policy paper, 2. Dezember 2016

Martin Beznoska Die Belastungs- und Aufkommenswirkungen der kalten ProgressionArrow

Von 2010 bis einschließlich 2015 hat sich die gesamte, nicht mittels Tarifanpassungen ausgeglichene Zusatzbelastung der Steuerzahler durch die kalte Progression auf 36,5 Milliarden Euro summiert. Diese versteckten impliziten Steuererhöhungen durch die kalte Progression sind nicht durch die Gesetzgebung legitimiert und sollten daher von der Politik beseitigt werden. mehr

12. Oktober 2016

Demografie und Steuereinnahmen Chronik eines angekündigten SteuereinbruchsArrow

Kurzfristig werden die Effekte der alternden Bevölkerung zwar noch von der hohen Zuwanderung überdeckt. Doch langfristig reißt die demografische Entwicklung in Deutschland milliardentiefe Löcher in die Staatskassen. mehr auf iwd.de

Veranstaltung
Veranstaltung, 12. Oktober 2016

Pressekonferenz Auswirkungen des demografischen Wandels auf die SteuereinnahmenArrow

Während die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Rentenkassen bereits intensiv in Wissenschaft und Politik diskutiert werden, werden die Auswirkungen auf die Steuereinnahmen bisher meist ausgeblendet. Diese werden aber umso wichtiger – nicht zuletzt wenn in den Sozialkassen in Zukunft große Finanzierungslücken entstehen sollten. mehr