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Für eine Stärkung des Unternehmertums gibt es gute Gründe, denn Deutschland zeigt sich trotz vieler Förderprogramme von Bund und Ländern keineswegs als Gründerparadies. Zwar wurde im vergangenen Jahr mit 413.000 neuen Unternehmen die Vorjahreszahl um 3 Prozent übertroffen, langfristig ist die Neigung zum Sprung in die Selbstständigkeit aber eher auf dem Rückzug. Vor sechs Jahren wurden noch über 570.000 Betriebe gegründet; 2008 erreichte die Zahl der Unternehmensgründungen mit knapp 400.000 dann den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung.

Der rückläufige Trend hat zwei Hauptursachen. Zum einen ist da die demografische Entwicklung: Unternehmen werden vor allem von 30- bis 40-Jährigen gegründet – einer Altersgruppe, die von Jahr zu Jahr schrumpft. Zum anderen trägt ausgerechnet die sinkende Arbeitslosigkeit zu einem schwächeren Gründungsinteresse bei: Da hierzulande regelmäßig gut die Hälfte der Entrepreneure angibt, sich wegen mangelnder Arbeitsmarktchancen selbstständig zu machen, wirkte der Rückgang der Arbeitslosigkeit dämpfend auf das Gründungsgeschehen. Ein weiterhin gut laufender Arbeitsmarkt dürfte auch künftig die Zahl der Gründungswilligen reduzieren.

Zum Ausgleich steigt dann allerdings der Anteil der chancenorientierten Gründer, die von ihrer Geschäftsidee überzeugt sind. Meist haben diese Geschäftsideen bessere Überlebenschancen als jene, die aus Mangel an Arbeitsmarktperspektiven heraus entstehen. Hinzu kommt, dass immer mehr Frauen, ältere Menschen und Zuwanderer den Schritt in die Selbstständigkeit wagen – dies wirkt zumindest zum Teil dem demografisch bedingten Rückgang der Unternehmensgründungen entgegen.

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