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Seit der Wirtschafts- und Finanzkrise sind die Wohnungsmieten in Deutschland durchschnittlich um rund 10 Prozent gestiegen. Vor allem in den Großstädten und insbesondere in der Hauptstadt ist der Boom zu spüren. Vom ersten Quartal 2005 bis zum zweiten Quartal 2013 haben die Mieten in Berlin im Durchschnitt um fast 25 Prozent angezogen. Eine deutlich steigende Nachfrage nach Wohnraum steht einem zu geringen Angebot gegenüber.

Das als weltoffen geltende Berlin ist wegen seiner Beschäftigungschancen, der guten Studienmöglichkeiten und des kulturellen Angebots gerade für junge Leute attraktiv. Auch viele Ausländer zieht es in die deutsche Hauptstadt. Seit Jahren kommen mehr Menschen nach Berlin als im Gegenzug abwandern, und die Nachfrage nach Wohnraum steigt.

Am Rande des ehemaligen Flughafengeländes Tempelhof sollte mit dem Bau von knapp 4.500 Wohnungen dringend benötigter, zentral gelegener Wohnraum zwischen den Stadtteilen Neukölln, Kreuzberg und Schöneberg geschaffen werden. Tempelhof steht seit 2010 der Öffentlichkeit für Freizeitaktivitäten zur Verfügung. Das Areal in der Größe des New Yorker Central Parks ist für viele Berliner ein Stück Lebensqualität, dass sie komplett als Park erhalten wollen. Mit dem deutlichen „Nein“ im Volksentscheid haben sie deshalb den Bau neuer Wohnungen verhindert – für Gegner der Bebauungspläne ein Grund zum Feiern, für Wohnungssuchende ein ernüchterndes Signal. In Berlin wird sich auf absehbare Zeit kaum eine vergleichbare Chance bieten.

Ansprechpartner

Zuwanderung in die Großstädte
Gutachten, 7. Februar 2017

Philipp Deschermeier / Ralph Henger / Björn Seipelt / Michael Voigtländer Zuwanderung in die Großstädte und resultierende WohnungsnachfrageArrow

Die Nachfrage nach Wohnraum in den deutschen großen Städten ist nach wie vor hoch. Ursächlich dafür ist die starke Zuwanderung sowohl aus dem Ausland als auch dem Inland. Allerdings gelingt es den Großstädten nicht, genügend zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, um die Nachfrage zu bedienen. mehr

Regionale Armut
IW-Pressemitteilung, 5. Dezember 2016

Regionale Armut Auf die Preise kommt es anArrow

Der Westen Deutschlands ist reich, der Osten arm – so pauschal läuft häufig die Armutsdebatte. Tatsächlich aber stehen vor allem westdeutsche Städte schlecht da, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie. Die Politik könnte gegensteuern. mehr

IW-Kurzbericht, 5. Dezember 2016

Klaus-Heiner Röhl Regionale Wirtschaftsstrukturen und ArmutsgefährdungArrow

Armutsgefährdung hängt stark von regionalen Wirtschaftsstrukturen und Lebensverhältnissen ab, wie die Analyse der einkommensbezogenen Armutsquote und des Abschneidens im Regionalranking der IW Consult für die 402 deutschen Kreise zeigt. Eine Anti-Armutspolitik setzt deshalb am besten auf eine Kombination personenbezogener und regionalpolitischer Maßnahmen. mehr