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Bisher sieht das Teilzeit- und Befristungsgesetz nur vor, dass Teilzeitbeschäftigte bei der Besetzung freier Vollzeitstellen im Betrieb bevorzugt berücksichtigt werden müssen. Gegenwärtig gibt es rund 1,5 Millionen Teilzeitbeschäftigte, die angeben keine Vollzeitstelle gefunden zu haben, darunter 1,1 Millionen Frauen.

Ein Recht auf Rückkehr würde allerdings, abgesehen von der grundsätzlichen Problematik einer Einschränkung der Vertragsfreiheit, einige Probleme verursachen:

  • Während ein Betrieb eine Arbeitszeitverkürzung durch Neueinstellungen oder Reorganisationen auffangen kann, ist die Disposition bei einer Arbeitszeitverlängerung schwieriger. Die mittel- und langfristige Personalplanung insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen wird erschwert, wenn unsicher ist, wann und wie viele Teilzeitarbeitnehmer einen Wunsch nach Vollzeit geltend machen werden. Der erhöhte Flexibilitätsbedarf müsste durch verstärkten Einsatz von Befristungen oder Zeitarbeit kompensiert werden.
  • Ein überdurchschnittlicher Anteil der unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten hat keine abgeschlossene Berufsausbildung. Akademiker finden sich in dieser Gruppe hingegen kaum. Dies deutet darauf hin, dass es sich um ein Problem mangelnder Nachfrage der Betriebe nach einfacher Arbeit handelt, und weniger eine Frage des mangelnden Willens ist, Vollzeitstellen anzubieten.
  • Ein Recht auf Rückkehr in Vollzeit könnte dazu führen, dass Betriebe – um die damit verbundenen Probleme zu vermeiden – schon beim Wunsch nach Teilzeit zurückhaltender sind. Am Ende könnten Rechtsunsicherheit und Unfrieden in die Betriebe getragen werden, wenn Arbeitnehmer ihren Teilzeitwunsch vermehrt über die Arbeitsgerichte einfordern.

Das Gesetz könnte nicht nur Probleme verursachen, es ist auch fraglich ob es überhaupt erforderlich ist. Denn Vereinbarungen über die spätere Ausweitung der Arbeitszeit sind auch ohne gesetzliche Regelung möglich – wenn sich beide Seiten einig sind. Drängender erscheint die Problematik der unfreiwilligen Teilzeit, die aufgrund fehlender Betreuungsmöglichkeiten besteht: Wegen familiärer oder persönlicher Verpflichtung sind 4 Millionen Arbeitnehmer nur mit eingeschränkter Stundenzahl erwerbstätig.

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Arbeitszeitwünsche von Frauen und Männern
IW-Kurzbericht, 17. Januar 2017

Holger Schäfer / Jörg Schmidt Arbeitszeitwünsche von Frauen und MännernArrow

Frauen und Männer haben unterschiedliche Präferenzen hinsichtlich des Umfangs ihrer Arbeitszeit. Eine Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) verdeutlicht, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine zentrale Ursache für divergierende Arbeitszeitwünsche darstellt. Allerdings unterscheiden sich die Wunscharbeitszeiten auch bei Frauen und Männern ohne Betreuungspflichten noch deutlich. mehr

Arbeitsmarktreformen – Unnötige Regulierungen
IW-Nachricht, 11. Januar 2017

Entgeltgleichheitsgesetz und Rückkehrrecht Unnötige RegulierungenArrow

Im Jahr 2016 waren so viele Menschen in Deutschland beschäftigt wie nie zuvor. Dennoch hat die Regierung in dieser Legislaturperiode noch zwei Arbeitsmarktreformen auf der Agenda: das Lohngerechtigkeitsgesetz und den Rechtsanspruch auf befristete Teilzeit. Beide Gesetze sind weder nötig noch hilfreich. mehr

Interview, 5. Januar 2017

Oliver Stettes in AKTIV "Die Politik sollte mutiger sein"Arrow

Das Arbeitszeitgesetz von 1994 ist nicht mehr ganz zeitgemäß. Deshalb hat das Arbeitsministerium Pläne für eine Reform vorgelegt. Für IW-Arbeitsmarktexperte Oliver Stettes gehen die nicht weit genug. Die Wirtschaftszeitung AKTIV sprach darüber mit dem Arbeitsmarktexperten im Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). mehr