Tarifrunde Öffentlicher Dienst Image
Quelle: Fotolia

Tatsächlich verdienen „Staatsdiener“ im unteren Bereich immer noch deutlich besser als in der Privatwirtschaft, während höher qualifizierte Arbeitnehmer beim Staat vergleichsweise schlecht entlohnt werden. Das war auch lange so gewollt. Aber wenn der Staat die Einkommen seiner Beschäftigten weniger differenziert, als es die Privatwirtschaft tut, und sich die beruflichen Anforderungsprofile auch in der öffentlichen Verwaltung hin zu anspruchsvolleren Tätigkeiten wandeln, entsteht ein Problem: Der Staat braucht mehr Akademiker und weniger einfaches Personal. Die im Vergleich zur Privatwirtschaft magere Bezahlung der Höherqualifizierten erschwert aber deren Bereitschaft, beim Staat anzuheuern.

Abhilfe hat hier auch die 2005 durchgeführte Reform des Tarifrechts nicht geschaffen, weil sie keine größere Spreizung der Einkommen vorsieht. Ein lediger Angestellter erhielt als Grundvergütung Anfang 2005 1.509 bis 5.636 Euro, derzeit liegt die entsprechende Vergütung für neue Mitarbeiter bei 1.377 bis 5.237 Euro. Pauschale Lohnanhebungen in der von den Gewerkschaften geforderten Größenordnung helfen hier wenig. Sie beschleunigen eher den Stellenabbau und die Ausgliederung einfacher Dienstleistungen.

13. Januar 2017

ver.di Mit Streiklust gegen MitgliederschwundArrow

Fünfzehn Jahre nach der Gründung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft fällt die Bilanz gemischt aus. Die Mitgliederzahl von ver.di ging um ein gutes Viertel zurück, die Finanzen sind wieder auf dem aufsteigenden Ast – auch dank höherer Lohnabschlüsse. mehr auf iwd.de

IW-Trends, 9. Januar 2017

Hagen Lesch Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.diArrow

Im Jahr 2001 schlossen sich fünf Gewerkschaften zur Vereinten Dienstleis­tungsgewerkschaft (ver.di) zusammen. Fünfzehn Jahre nach der Gründung fällt die ver.di-Bilanz eher gemischt aus. Die Anzahl der Mitglieder sank um 27 Prozent und die Tarifbindung ging in einzelnen Tarifbereichen spürbar zurück. mehr

2. Januar 2017

Tarifpolitik Reallöhne kräftig gestiegenArrow

Im Jahr 2016 haben die Tarifpartner in den größeren Branchen zumeist mehrstufige Entgelterhöhungen mit langen Laufzeiten vereinbart. Weil die Inflation niedrig ist, sind unterm Strich spürbare Reallohnzuwächse dabei herausgekommen. mehr auf iwd.de