Das Glas ist mehr als halb voll Image
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Zu Beginn der 1990er Jahre trat ein Staat mit vollkommen maroder Infrastruktur und unverkäuflichen Produkten der Bundesrepublik bei. Die Wirtschaftsleistung betrug 1991 je Einwohner gerade einmal ein Drittel des westdeutschen Niveaus – im laufenden Jahr hingegen dürfte die 70-Prozent-Marke übersprungen werden. Dabei läuft der Anpassungsprozess nach einer zwischenzeitlichen Krise seit 2000 wieder rund: Jedes Jahr holte das ostdeutsche BIP um einen Prozentpunkt auf. Bleibt es bei dieser Schlagzahl, dürften die nicht mehr ganz so jungen Länder mit Auslaufen des Solidarpakts 2019 wirtschaftsschwächere Westländer wie Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz eingeholt haben. Dieses Ziel ist realistischer als der Versuch, den westdeutschen Durchschnitt zu erreichen. Das geht schon deshalb nicht, weil im Osten Finanz- und Wirtschaftsmetropolen wie Frankfurt, München oder Hamburg fehlen.

In der aktuellen Krise schlagen sich Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg Vorpommern sogar besser als die alten Bundesländer. Während die großen, exportstarken Unternehmen im Westen besonders stark unter der Rezession leiden, kommt die mittelständische Ost-Industrie mit leichteren Einbußen davon, die wichtige Bauwirtschaft profitiert von den Konjunkturpaketen. Deshalb fällt der Abschwung zwischen Ostsee und Erzgebirge milder aus.

Ohnehin heißt Angleichung nicht immer, dass der Osten wie der Westen wird – manchmal ist es auch umgekehrt. So nähert sich die niedrigere Frauenerwerbsquote in Westdeutschland nach und nach der höheren ostdeutschen an. Und auch die hohe Zahl an Kitas in der ehemaligen DDR gilt inzwischen vielen als familienpolitisches Vorbild für ganz Deutschland.

„Bis 2020 haben wir Vollbeschäftigung“
Interview, 9. Februar 2017

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IW-Ökonom Klaus-Heiner Röhl prognostiziert, dass es auch im Osten Deutschlands bis zum Jahr 2020 vielerorts Vollbeschäftigung geben wird. Im Interview mit dem Onlinemagazin brandeins.de spricht er außerdem über Pendler-Hochburgen und Abwanderungsregionen. mehr

Deutsche Unternehmen sehen den Brexit gelassen
IW-Kurzbericht, 23. Januar 2017

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Das Vereinigte Königreich (UK) will zwar aus dem Binnenmarkt austreten, mit einem umfassenden Freihandelsabkommen aber einen weitgehenden Zugang zu den EU-Absatzmärkten behalten. Es ist jedoch fraglich, ob sich die Europäische Union darauf einlässt. Die Brexiteers behaupten, dass vor allem deutsche Unternehmen, die sich um ihre Exporte in das UK sorgen, auf weiche Kompromisse zugunsten der Briten drängen, um weiterhin möglichst ungehindert Handel treiben zu können. Eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) stellt diese Sichtweise jedoch infrage. mehr

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Auf der einen Seite sind die Effekte der Flüchtlingsmigration auf das Pro-Kopf-Einkommen und die fiskalische Bilanz leicht negativ. Auf der anderen Seite steigern die höheren Staatsausgaben verbunden mit einer zunehmenden Anzahl erwerbstätiger Flüchtlinge das Wirtschaftswachstum. mehr