Steuerschätzung Image
Quelle: Fotolia

Nur 2007 und 2008 war es mit 538 und 561 Milliarden Euro noch höher. Gegenüber 2006 ist sogar ein Plus von knapp 40 Milliarden Euro zu verzeichnen. Normalerweise könnte der Fiskus mit einem durchschnittlichen jährlichen Steuerzuwachs von über 10 Milliarden Euro mehr als zufrieden sein. Dennoch ist der Katzenjammer jetzt groß. Denn die Politik ist verwöhnt von den Aufkommenssteigerungen in den Boomjahren 2007 und 2008 – Geld, das sie sofort in kostspielige Ausgabenprogramme umgesetzt hatte. Diese lassen sich jetzt jedoch nur schwer wieder einkassieren.

Nur zu einem kleinen Teil wurden die zusätzlichen Mittel damals zur Konsolidierung verwendet. So hatten die Steuerschätzer im Mai 2007 dem Bund für 2008 ungeplante Steuermehreinnahmen von 20,5 Milliarden Euro prognostiziert. Ursprünglich sah der Finanzplan eine Nettokreditaufnahme von 21,3 Milliarden Euro vor. Vor diesem Hintergrund hätte 2008 ein nahezu ausgeglichener Haushalt vorgelegt werden können. Stattdessen war die Nettokreditaufnahme mit gut 12 Milliarden Euro unerfreulich hoch. Damals wurde also die Chance vertan, für den jetzt eingetretenen Abschwung Reserven zu bilden.

Gastbeitrag, 8. Februar 2017

Tobias Hentze auf makronom.de Wenn nicht jetzt, wann dann?Arrow

Es erscheint als ein Luxusproblem für die Politik: Wohin mit den Überschüssen in den öffentlichen Haushalten? Schulden tilgen, Investitionen erhöhen? Bei genauem Hinsehen ist eine Option den anderen überlegen: Die Zeit ist reif für eine Steuerentlastung, die diesen Namen verdient. Ein Gastbeitrag von IW-Ökonom Tobias Hentze im Online-Magazin für Wirtschaftspolitik makronom.de. mehr

Reform der Grunderwerbsteuer
Gutachten, 6. Februar 2017

Tobias Hentze / Björn Seipelt / Michael Voigtländer Reform der GrunderwerbsteuerArrow

Deutschland gilt als Mieternation. Lediglich 45 Prozent der Haushalte in Deutschland leben in den eigenen vier Wänden. Dies liegt zum großen Teil an der hohen Grunderwerbssteuer. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat untersucht, was nötig wäre, um die Wohneigentumsquote zu erhöhen. mehr

IW-Kurzbericht, 31. Januar 2017

Tobias Hentze Fehlanreize bei der Grunderwerbsteuer im LänderfinanzausgleichArrow

Aus ökonomischer Sicht haben es Bund und Länder verpasst, im Rahmen der Neuregelung der Bund-Länder-Finanzen die Fehlanreize bei der Grunderwerbsteuer zu beheben. Denn in den vergangenen Jahren haben zahlreiche Landesregierungen den Steuersatz erhöht, da sie die Mehreinnahmen nicht mit den anderen Ländern teilen müssen – anders als bei anderen Steuerarten. mehr