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Nur 2007 und 2008 war es mit 538 und 561 Milliarden Euro noch höher. Gegenüber 2006 ist sogar ein Plus von knapp 40 Milliarden Euro zu verzeichnen. Normalerweise könnte der Fiskus mit einem durchschnittlichen jährlichen Steuerzuwachs von über 10 Milliarden Euro mehr als zufrieden sein. Dennoch ist der Katzenjammer jetzt groß. Denn die Politik ist verwöhnt von den Aufkommenssteigerungen in den Boomjahren 2007 und 2008 – Geld, das sie sofort in kostspielige Ausgabenprogramme umgesetzt hatte. Diese lassen sich jetzt jedoch nur schwer wieder einkassieren.

Nur zu einem kleinen Teil wurden die zusätzlichen Mittel damals zur Konsolidierung verwendet. So hatten die Steuerschätzer im Mai 2007 dem Bund für 2008 ungeplante Steuermehreinnahmen von 20,5 Milliarden Euro prognostiziert. Ursprünglich sah der Finanzplan eine Nettokreditaufnahme von 21,3 Milliarden Euro vor. Vor diesem Hintergrund hätte 2008 ein nahezu ausgeglichener Haushalt vorgelegt werden können. Stattdessen war die Nettokreditaufnahme mit gut 12 Milliarden Euro unerfreulich hoch. Damals wurde also die Chance vertan, für den jetzt eingetretenen Abschwung Reserven zu bilden.

Ein bisschen mehr Netto vom Brutto
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Mit jedem Jahreswechsel ändern sich die Eckwerte zur Berechnung der Steuer- und Abgabenlast: In diesem Jahr werden zum Ausgleich der kalten Progression der Steuertarif leicht abgeflacht und die Freibeträge erhöht. Allerdings steigt der Beitragssatz zur Pflegeversicherung. Zudem erhöhen sich die Bemessungsgrenzen zur Renten- und Krankenversicherung, so dass für Single, Alleinerziehende und Familien nur ein kleines Plus übrigbleibt. mehr

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IW-Report, 12. Dezember 2016

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