Steueroasen Image
Quelle: Fotolia

Im Gegenteil: Unternehmen, die steuerliche Gestaltungsspielräume nutzen, bunkern das gesparte Geld keineswegs auf Konten in der Ferne. Vielmehr investieren sie es wieder – auch in Deutschland.

Bei einer allzu schnellen Verurteilung ist also Vorsicht geboten. Entscheidend ist, ob die Steuerbehörden wissen, wie viel Geld wo angelegt wird. In der Tat ist es eine Straftat, dem deutschen Finanzamt ausländische Einkünfte zu verschweigen. Der deutschen Staatskasse entgehen auf diese Weise Steuereinnahmen und die ehrlichen Steuerzahler sind die Dummen. Deshalb ist es gut, dass nun internationale Netzwerke, die einzig dem Zweck der Steuerhinterziehung dienen, aufgedeckt werden.

Für international tätige Unternehmen gehört es dagegen zum betriebswirtschaftlichen Kalkül, Geschäftsfelder dort anzusiedeln, wo es kostengünstig ist. Deshalb werden einfache Produktionsschritte dort ausgeführt, wo Arbeitskräfte billig sind. Technisch anspruchsvolle Aufgaben werden dagegen in einem Umfeld mit gut ausgebildeten Fachkräften wie zum Beispiel in Deutschland erledigt. Das gleiche Prinzip gilt beim Thema Finanzgeschäfte: Sie werden in der Regel dort gemacht, wo sie günstig möglich sind.

Ansprechpartner

Gastbeitrag, 8. Februar 2017

Tobias Hentze auf makronom.de Wenn nicht jetzt, wann dann?Arrow

Es erscheint als ein Luxusproblem für die Politik: Wohin mit den Überschüssen in den öffentlichen Haushalten? Schulden tilgen, Investitionen erhöhen? Bei genauem Hinsehen ist eine Option den anderen überlegen: Die Zeit ist reif für eine Steuerentlastung, die diesen Namen verdient. Ein Gastbeitrag von IW-Ökonom Tobias Hentze im Online-Magazin für Wirtschaftspolitik makronom.de. mehr

Reform der Grunderwerbsteuer
Gutachten, 6. Februar 2017

Tobias Hentze / Björn Seipelt / Michael Voigtländer Reform der GrunderwerbsteuerArrow

Deutschland gilt als Mieternation. Lediglich 45 Prozent der Haushalte in Deutschland leben in den eigenen vier Wänden. Dies liegt zum großen Teil an der hohen Grunderwerbssteuer. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat untersucht, was nötig wäre, um die Wohneigentumsquote zu erhöhen. mehr

IW-Kurzbericht, 31. Januar 2017

Tobias Hentze Fehlanreize bei der Grunderwerbsteuer im LänderfinanzausgleichArrow

Aus ökonomischer Sicht haben es Bund und Länder verpasst, im Rahmen der Neuregelung der Bund-Länder-Finanzen die Fehlanreize bei der Grunderwerbsteuer zu beheben. Denn in den vergangenen Jahren haben zahlreiche Landesregierungen den Steuersatz erhöht, da sie die Mehreinnahmen nicht mit den anderen Ländern teilen müssen – anders als bei anderen Steuerarten. mehr