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Die greift aber erst dann, wenn Einkommen und Vermögen nicht für den Lebensunterhalt ausreichen. Und das bedeutet: Die Riester-Rente hilft, Bedürftigkeit im Alter zu vermeiden, denn wer riestert, spart für seinen Lebensabend. Die steuerfinanzierte Grundsicherung im Alter hilft bei Bedürftigkeit, also dann, wenn das Einkommen und Vermögen des Betroffenen nicht mehr zum Leben reichen. Zum Einkommen und Vermögen zählt auch die Riester-Rente. Sie bei der Anrechnung auf die Grundsicherung auszulassen, wäre ungerecht: Die Riester-Sparer bekämen mit der Grundsicherung mehr als jene, die den gleichen Betrag beispielsweise auf ein Sparbuch statt aufs Riester-Konto eingezahlt haben. Denn dieses Ersparte fällt unter das anzurechnende Vermögen.

Überhaupt erscheint die Diskussion überzogen. Es beziehen derzeit deutlich weniger Ruheständler Sozialhilfe als andere Bevölkerungsgruppen. Ein Grund: Bereits nach etwas mehr als 13 Beitragsjahren übersteigt die gesetzliche Rente eines westdeutschen Durchschnittsverdieners den Hartz-IV-Regelsatz von 345 Euro. Eine Halbtagskraft wäre nach 27 Beitragsjahren aus dem Schneider. Und selbst wenn der eigene Rentenanspruch geringer ausfällt, sorgt meist die Rente des Ehepartners für ein ausreichendes Alterseinkommen.

Allerdings sinken die gesetzlichen Renten bis zum Jahr 2030. Die private Vorsorge wird somit immer wichtiger, will man seinen Lebensstandard auch nach dem Arbeitsleben noch halten. Vorsorgen lohnt sich gerade für Geringverdiener: Ihr Einkommensniveau steigt künftig sogar, wenn sie die staatliche Sparförderung ausnutzen.

Interview, 25. November 2016

Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk "Gut, dass die Koalition sich nicht darauf hat einigen können"Arrow

Arbeitsministerin Andrea Nahles habe mit ihrem Wunsch, das Rentenniveau anzuheben und dafür einen höheren Beitragssatz einzufordern, Lasten verschoben, sagte Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk. Und zwar "einseitig auf die jungen Beitragszahler", so der Rentenexperte im Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Dies sei "eine grundlegend falsche Entscheidung". mehr

Zukunft der Altersversorgung
IW-Nachricht, 25. November 2016

Zukunft der Altersversorgung Der Renten-Wahlkampf ist eröffnetArrow

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles plädiert für ein Mindestrentenniveau von 46 Prozent auch nach dem Jahr 2030. Das wird nur mit höheren Belastungen der nachfolgenden Generationen möglich sein. Den Nachweis, warum die bisherige doppelte Haltelinie nicht reicht, bleibt die Ministerin schuldig. mehr

Rentengipfel
IW-Nachricht, 24. November 2016

Rentengipfel Weitblick statt AktionismusArrow

Wenn die Große Koalition um einen Rentenkompromiss streitet, geht es nicht nur um einen Interessenausgleich zwischen gut und gering verdienenden Arbeitnehmern sowie Menschen mit niedrigen oder hohen Renten. Es geht eigentlich auch um die Interessen der jungen Beitragszahler und Kinder – doch die werden häufig nicht berücksichtigt. mehr