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Die Nachhaltigkeitsreserve der Rentenversicherung ist dem Ausgleich saisonaler und konjunktureller Einnahmeschwankungen vorbehalten. Sie soll mindestens ein Fünftel, aber nicht mehr als das 1,5-Fache einer Monatsausgabe betragen – mehr erlaubt der Gesetzgeber nicht. Bei einem unveränderten Beitragssatz wird sie im nächsten Jahr aber deutlich über dieser Obergrenze liegen. Für diesen Fall schreibt das Gesetz vor, dass der Beitragssatz gesenkt werden muss. Um wie viel genau, haben jetzt die Experten der Gesetzlichen Rentenversicherung errechnet.

Doch die Sozialpolitiker in Berlin liebäugeln mit der Idee, man könne den Beitragssatz konstant halten, um die überlaufenden Rücklagen zum Beispiel zur Finanzierung einer zusätzlichen Mütterrente, einer abschlagsfreien Frühverrentung oder einer Zuschussrente einzusetzen.

Gelackmeiert wären allerdings die Beitragszahler, denn ihnen würde gleich in beide Taschen gegriffen: Zum einen wird den Arbeitnehmern und Arbeitgebern eine fällige Entlastung vorenthalten. Denn wenn der Beitragssatz erhöht wird, um in Zeiten klammer Kassen der Rentenversicherung aus der Misere zu helfen, dann muss der Beitragssatz auch entsprechend sinken, wenn die Kasse überläuft. Zum anderen führen zusätzliche Leistungsversprechen spätestens dann zu einem dauerhaft höheren Beitragssatz, wenn die Rücklagen nach wenigen Jahren aufgezehrt sind. Das Ziel, den Beitragssatz bis 2020 unter 20 Prozent und danach unter 22 Prozent zu stabilisieren, wird so nicht zu halten sein.

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Ungleichheit
IW-Nachricht, 28. November 2016

Ungleichheit Keine Gefahr für das WirtschaftswachstumArrow

Obwohl die Ungleichheit in Deutschland steigt, hat das keine negativen Konsequenzen für das Wirtschaftswachstum. Der Zusammenhang zwischen den beiden Variablen ist alles andere als eindeutig. Mögliche negative Effekte auf die wirtschaftliche Entwicklung sind eher in Entwicklungsländern und in Ländern mit einer extrem hohen Ungleichheit zu erwarten als in Deutschland. mehr

Interview, 25. November 2016

Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk "Gut, dass die Koalition sich nicht darauf hat einigen können"Arrow

Arbeitsministerin Andrea Nahles habe mit ihrem Wunsch, das Rentenniveau anzuheben und dafür einen höheren Beitragssatz einzufordern, Lasten verschoben, sagte Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk. Und zwar "einseitig auf die jungen Beitragszahler", so der Rentenexperte im Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Dies sei "eine grundlegend falsche Entscheidung". mehr

Zukunft der Altersversorgung
IW-Nachricht, 25. November 2016

Zukunft der Altersversorgung Der Renten-Wahlkampf ist eröffnetArrow

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles plädiert für ein Mindestrentenniveau von 46 Prozent auch nach dem Jahr 2030. Das wird nur mit höheren Belastungen der nachfolgenden Generationen möglich sein. Den Nachweis, warum die bisherige doppelte Haltelinie nicht reicht, bleibt die Ministerin schuldig. mehr