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Der Befund ist nicht zu bestreiten: Mit einer durchschnittlichen Altersrente von gut 500 Euro pro Monat erhielten westdeutsche Frauen im Jahr 2012 nur etwa die Hälfte dessen, was Männer aufgrund ihrer lebenslangen Beitragszahlung bekamen. Allerdings wiesen die Frauen im Schnitt auch nur knapp 28 Versicherungsjahre auf, die Männer kamen auf gut 40 Jahre.

Die Differenz bei der Rente ist in einem erwerbsbezogenen Rentensystem also nicht mehr als ein Spiegel der Arbeitsteilung, die vor allem Ehepaare in der Vergangenheit verabredet hatten: In Westdeutschland war es über Jahrzehnte in den meisten Familien üblich, dass die Frau daheim blieb, um sich den Kindern zu widmen. Ohne Ganztagsbetreuung in den Schulen oder Home Office war später auch mit Heranwachsenden oftmals nur ein Teilzeitjob realisierbar.

Ganz anders wurde das Arbeits- und Familienleben in der ehemaligen DDR geplant. Dort wurden die Kinder in Horten betreut und die jungen Mütter kehrten möglichst früh ins Berufsleben zurück. Auch wenn der Mauerfall bereits 25 Jahre zurück liegt, spiegelt sich dieses Modell noch immer in den Versicherungszeiten der ostdeutschen Ruheständler wider: Zwischen Greifswald und Zwickau wiesen die Frauen Ende 2012 im Schnitt gut 39 Versicherungsjahre auf, die Männer sogar fast 45.

Indem der Rentenvergleich der OECD den Blick zurück statt nach vorn wendet, kann er in die Irre führen. Denn beim Geschlechtervergleich gilt es, die aktuellen Beschäftigungs- und Einkommenschancen mit denen vergangener Dekaden zu vergleichen. Lag die Frauenerwerbsquote in Westdeutschland vor der Wiedervereinigung noch unter dem OECD-Durchschnitt, reicht der Wert mittlerweile schon an das Niveau skandinavischer Vorbilder heran. Dies wird sich in den Rentenansprüchen zukünftiger Generationen widerspiegeln.

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Arbeitszeitwünsche von Frauen und Männern
IW-Kurzbericht, 17. Januar 2017

Holger Schäfer / Jörg Schmidt Arbeitszeitwünsche von Frauen und MännernArrow

Frauen und Männer haben unterschiedliche Präferenzen hinsichtlich des Umfangs ihrer Arbeitszeit. Eine Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) verdeutlicht, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine zentrale Ursache für divergierende Arbeitszeitwünsche darstellt. Allerdings unterscheiden sich die Wunscharbeitszeiten auch bei Frauen und Männern ohne Betreuungspflichten noch deutlich. mehr

Interview, 9. Januar 2017

Wido Geis im MDR "Problem Männerüberschuss"Arrow

In den vergangenen Jahren sind viele Frauen aus dem Osten in den Westen gegangen. Inzwischen verlassen mehr Männer den Osten. Das geht aus einer Studie vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Dennoch herrscht demnach in den strukturschwachen Regionen weiter Männerüberschuss. IW-Migrationsforscher Wido Geis auf MDR Aktuell zu den Folgen. mehr