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Nächste Woche startet die Bundesarbeitsministerin ihren Rentendialog. Dabei sollen Maßnahmen gegen eine drohende Altersarmut gefunden werden. Bislang verwehrt sich die Bundesarbeitsministerin gegen eine Sockelrente. Sie hat gute Gründe:

• Grundsätzlich sind Ältere hierzulande seltener von Altersarmut bedroht als andere Gruppen, etwa Alleinerziehende.

• Außerdem stellt die gesetzliche Rente oftmals nicht das alleinige Alterseinkommen dar. Deshalb sagt selbst eine geringe Rentenhöhe noch nicht viel darüber aus, ob Altersarmut droht.

• Umgekehrt führt die soziale Gießkanne, also eine pauschale Aufstockung geringer Renten, zu Mitnahmeeffekten. Denn davon profitieren auch Menschen mit zusätzlichen Alterseinkommen.

• Statt neue Leistungen zu versprechen, die die Rentenkasse belasten, sind zunächst einmal die Beitragszahler dran. Denn wenn die Nachhaltigkeitsrücklage auf mehr als anderthalb Monatsausgaben anschwillt, verpflichtet der Gesetzgeber die Regierung zur Senkung des Beitragssatzes.

• Das hilft auch den gesetzlichen Rentnern. Denn bei der nächsten Rentenanpassung sorgt die Entlastung der Beitragszahler für einen stärkeren Anstieg bei den Bestandsrenten.

Interview, 25. November 2016

Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk "Gut, dass die Koalition sich nicht darauf hat einigen können"Arrow

Arbeitsministerin Andrea Nahles habe mit ihrem Wunsch, das Rentenniveau anzuheben und dafür einen höheren Beitragssatz einzufordern, Lasten verschoben, sagte Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk. Und zwar "einseitig auf die jungen Beitragszahler", so der Rentenexperte im Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Dies sei "eine grundlegend falsche Entscheidung". mehr

Zukunft der Altersversorgung
IW-Nachricht, 25. November 2016

Zukunft der Altersversorgung Der Renten-Wahlkampf ist eröffnetArrow

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles plädiert für ein Mindestrentenniveau von 46 Prozent auch nach dem Jahr 2030. Das wird nur mit höheren Belastungen der nachfolgenden Generationen möglich sein. Den Nachweis, warum die bisherige doppelte Haltelinie nicht reicht, bleibt die Ministerin schuldig. mehr

Rentengipfel
IW-Nachricht, 24. November 2016

Rentengipfel Weitblick statt AktionismusArrow

Wenn die Große Koalition um einen Rentenkompromiss streitet, geht es nicht nur um einen Interessenausgleich zwischen gut und gering verdienenden Arbeitnehmern sowie Menschen mit niedrigen oder hohen Renten. Es geht eigentlich auch um die Interessen der jungen Beitragszahler und Kinder – doch die werden häufig nicht berücksichtigt. mehr