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Die Bundesregierung verweist in ihrem aktuellen „Bericht zur Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre“ auf die beschäftigungspolitischen Erfolge der vergangenen Jahre: In der Gruppe der 60- bis 64-Jährigen ist die Erwerbstätigenquote seit 2005 demnach von 28 auf 50 Prozent gestiegen, die Quote der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat sich von 14,7 auf 32,4 Prozent mehr als verdoppelt. Diese Zahlen wiederlegen eindrücklich die Befürchtung, dass eine höhere Regelaltersgrenze an fehlenden Beschäftigungsmöglichkeiten für Ältere scheitern könnte.

Einerseits bekräftigt die Bundesregierung mit dem Bericht also die schrittweise Anhebung der Regelaltersgrenze. Andererseits hat sie mit der „Rente mit 63“ neue Frühverrentungsanreize geschaffen. Rund 163.000 Anträge gab es für diese Art der Frühverrentung bis Ende Oktober 2014 – damit wurde die ursprünglich erwartete Inanspruchnahme für das komplette Jahr 2014 bereits um mehr als die Hälfte übertroffen.

Diese Entwicklung sprengt alle Kalkulationen der Bundesregierung – die Folgen dürften jene, die noch in die Rentenkasse einzahlen, teuer zu stehen kommen. Die „Frührentner“ dürften außerdem schon bald auf dem Arbeitsmarkt schmerzlich vermisst werden. Schließlich sind es typischerweise die gut ausgebildeten, erfahrenen Fachkräfte, die die notwendigen Beitragsjahre aufweisen.

Deshalb wäre es geboten, dass die Bundesregierung ihre Entscheidung zur Rente mit 63 zurücknimmt – auch, um ihrem eigenen rentenpolitischen Kurs die dringend notwendige Glaubwürdigkeit zurückzugeben.

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Interview, 25. November 2016

Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk "Gut, dass die Koalition sich nicht darauf hat einigen können"Arrow

Arbeitsministerin Andrea Nahles habe mit ihrem Wunsch, das Rentenniveau anzuheben und dafür einen höheren Beitragssatz einzufordern, Lasten verschoben, sagte Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk. Und zwar "einseitig auf die jungen Beitragszahler", so der Rentenexperte im Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Dies sei "eine grundlegend falsche Entscheidung". mehr

Zukunft der Altersversorgung
IW-Nachricht, 25. November 2016

Zukunft der Altersversorgung Der Renten-Wahlkampf ist eröffnetArrow

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles plädiert für ein Mindestrentenniveau von 46 Prozent auch nach dem Jahr 2030. Das wird nur mit höheren Belastungen der nachfolgenden Generationen möglich sein. Den Nachweis, warum die bisherige doppelte Haltelinie nicht reicht, bleibt die Ministerin schuldig. mehr

Rentengipfel
IW-Nachricht, 24. November 2016

Rentengipfel Weitblick statt AktionismusArrow

Wenn die Große Koalition um einen Rentenkompromiss streitet, geht es nicht nur um einen Interessenausgleich zwischen gut und gering verdienenden Arbeitnehmern sowie Menschen mit niedrigen oder hohen Renten. Es geht eigentlich auch um die Interessen der jungen Beitragszahler und Kinder – doch die werden häufig nicht berücksichtigt. mehr