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Im Boom-Jahr 2007 rechnete die Bundesregierung noch damit, den Beitragssatz zur Rentenversicherung in diesem Jahr von 19,9 auf 19,3 Prozent senken zu können. Ab 2012 sollten sogar 19,1 Prozent reichen. Doch dann kam alles anders – aber nicht nur wegen der Wirtschaftskrise. Bereits zum 1. Juli 2008 gab es eine außerordentliche Rentenerhöhung - mit der Konsequenz, dass die Beitragszahler 2011 gänzlich auf Entlastungen verzichten mussten. Die angepeilten 19,1 Prozent wurden erst für das Jahr 2013 in Aussicht gestellt. Doch inzwischen ist vor 2014 kaum mit einer Senkung zu rechnen.

Allein die Finanzierung der außerordentlichen Rentenerhöhung kostet die Beitragszahler aktuell knapp 3 Milliarden Euro extra. Mit weiteren 7,8 Milliarden Euro schlagen die ausgelassenen Rentendämpfungen der Jahre 2005, 2006 und 2010 zu Buche. Das alles soll zwar Schritt für Schritt nachgeholt werden. Bis dahin müssen die Beitragszahler aber die zusätzlichen Lasten schultern. Dem entspricht in diesem Jahr umgerechnet fast 1 Beitragssatzpunkt. Die günstige Einnahmenentwicklung sollte deshalb vor allem genutzt werden, um den Beitragssatz zu senken, statt die Beitragszahler mit außerordentlichen Rentenerhöhungen dauerhaft zu belasten.

Interview, 25. November 2016

Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk "Gut, dass die Koalition sich nicht darauf hat einigen können"Arrow

Arbeitsministerin Andrea Nahles habe mit ihrem Wunsch, das Rentenniveau anzuheben und dafür einen höheren Beitragssatz einzufordern, Lasten verschoben, sagte Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk. Und zwar "einseitig auf die jungen Beitragszahler", so der Rentenexperte im Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Dies sei "eine grundlegend falsche Entscheidung". mehr

Zukunft der Altersversorgung
IW-Nachricht, 25. November 2016

Zukunft der Altersversorgung Der Renten-Wahlkampf ist eröffnetArrow

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles plädiert für ein Mindestrentenniveau von 46 Prozent auch nach dem Jahr 2030. Das wird nur mit höheren Belastungen der nachfolgenden Generationen möglich sein. Den Nachweis, warum die bisherige doppelte Haltelinie nicht reicht, bleibt die Ministerin schuldig. mehr

Rentengipfel
IW-Nachricht, 24. November 2016

Rentengipfel Weitblick statt AktionismusArrow

Wenn die Große Koalition um einen Rentenkompromiss streitet, geht es nicht nur um einen Interessenausgleich zwischen gut und gering verdienenden Arbeitnehmern sowie Menschen mit niedrigen oder hohen Renten. Es geht eigentlich auch um die Interessen der jungen Beitragszahler und Kinder – doch die werden häufig nicht berücksichtigt. mehr