Rentengarantie Image
Quelle: Fotolia

Grundsätzlich sollen die Alterseinkommen mit der Entwicklung der Arbeitsentgelte Schritt halten. Ohne diese Dynamik würden die Ruheständler mit jeder Lohnerhöhung weiter hinter das Einkommensniveau der Beitragszahler zurückfallen. Diese Logik gilt auch umgekehrt: Sinken die durchschnittlichen Arbeitsentgelte, gehen auch die gesetzlichen Renten in diese Richtung. Anderenfalls werden die Ruheständler – wie in diesem Jahr – besser gestellt.Die Rentengarantie ist auch damit nicht zu rechtfertigen, dass die Anpassungen während der vergangenen Dekade aufgrund von Riester-Reform und Nachhaltigkeitsfaktor hinter der Entwicklung der Arbeitsentgelte zurückgeblieben sind. Denn im Gegenzug müssen vor allem die jungen Beitragszahler mit einem deutlich geringeren Versorgungsniveau rechnen. Beides gehört zur Stabilisierung des gesetzlichen Rentensystems.

Immerhin sollen die ausgelassenen Rentenminderungen nachgeholt werden. Aber selbst wenn die in den nächsten Jahren mit potenziellen Erhöhungen verrechnet werden, müssen die Beitragszahler schon heute tiefer in der Tasche greifen. Allein die Rentengarantie kostet in diesem Jahr schätzungsweise 1,7 Milliarden Euro. Die ganzen zusätzlichen Belastungen bekommen vor allem die Beitragszahler zu spüren: Rechnete die Bundesregierung bis vor drei Jahren noch mit einem Beitragssatz von 19,1 Prozent ab dem Jahr 2012, müssen sich die Arbeitnehmer heute dauerhaft auf 19,9 Prozent einstellen.

Interview, 25. November 2016

Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk "Gut, dass die Koalition sich nicht darauf hat einigen können"Arrow

Arbeitsministerin Andrea Nahles habe mit ihrem Wunsch, das Rentenniveau anzuheben und dafür einen höheren Beitragssatz einzufordern, Lasten verschoben, sagte Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk. Und zwar "einseitig auf die jungen Beitragszahler", so der Rentenexperte im Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Dies sei "eine grundlegend falsche Entscheidung". mehr

Zukunft der Altersversorgung
IW-Nachricht, 25. November 2016

Zukunft der Altersversorgung Der Renten-Wahlkampf ist eröffnetArrow

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles plädiert für ein Mindestrentenniveau von 46 Prozent auch nach dem Jahr 2030. Das wird nur mit höheren Belastungen der nachfolgenden Generationen möglich sein. Den Nachweis, warum die bisherige doppelte Haltelinie nicht reicht, bleibt die Ministerin schuldig. mehr

Rentengipfel
IW-Nachricht, 24. November 2016

Rentengipfel Weitblick statt AktionismusArrow

Wenn die Große Koalition um einen Rentenkompromiss streitet, geht es nicht nur um einen Interessenausgleich zwischen gut und gering verdienenden Arbeitnehmern sowie Menschen mit niedrigen oder hohen Renten. Es geht eigentlich auch um die Interessen der jungen Beitragszahler und Kinder – doch die werden häufig nicht berücksichtigt. mehr