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Dem Konzept der Zuschussrente wird entgegengehalten, dass es nicht in die beitragsfinanzierte Rentenversicherung passe. Abgesehen von Zweifeln, ob Altersarmut in dem prognostizierten Umfang droht, wird zu Recht gefordert, die versicherungsfremde Aufstockung der gesetzlichen Altersbezüge aus Steuermitteln zu finanzieren.

Dabei ist das Konzept der Arbeitsministerin mit einem schrittweise ansteigenden Volumen auf bis zu 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2030 noch vergleichsweise günstig. Die SPD wartet mit einer „Solidarrente“ auf, die ersten Meldungen zufolge über 15 Milliarden Euro kostet. Hier soll der Zugang zur Zuschussrente deutlich leichter sein, dazu wollen die Sozialdemokraten die betriebliche Altersvorsorge massiv fördern. Mit 11,6 Milliarden Euro nur wenig günstiger ist der Vorschlag der CSU, die unter anderem einen Beitragsrabatt für Familien fordert.

Doch dieser Wettbewerb um immer teurere Konzepte führt in die Irre. Denn trotz prall gefüllter Rentenkasse gibt es keine Mittel zu verteilen. Die Senkung des Beitragssatzes ist indes gleich aus drei Gründen sinnvoll: Zum Ersten ist ein solcher Schritt eine Frage der Gerechtigkeit. Angesichts der günstigen Beitragszahler-Rentner-Relation können jetzt Versicherte entlastet werden, denen noch vor rund zehn Jahren mit Hinweis auf den steigenden Rentnerquotienten höhere Beiträge zugemutet wurden.

Zum Zweiten wäre ein niedrigerer Beitragssatz nicht nur kurzfristig, sondern dauerhaft bis zum Ende des Jahrzehnts möglich. Angesichts des abklingenden Beschäftigungsbooms kommen nachhaltig sinkende Lohnnebenkosten genau im richtigen Moment.

Zum Dritten führt eine Senkung des Beitragssatzes im Folgejahr zu einer höheren Rentenanpassung – das ist der direkte Weg zum Schutz vor drohender Altersarmut.

Interview, 25. November 2016

Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk "Gut, dass die Koalition sich nicht darauf hat einigen können"Arrow

Arbeitsministerin Andrea Nahles habe mit ihrem Wunsch, das Rentenniveau anzuheben und dafür einen höheren Beitragssatz einzufordern, Lasten verschoben, sagte Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk. Und zwar "einseitig auf die jungen Beitragszahler", so der Rentenexperte im Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Dies sei "eine grundlegend falsche Entscheidung". mehr

Zukunft der Altersversorgung
IW-Nachricht, 25. November 2016

Zukunft der Altersversorgung Der Renten-Wahlkampf ist eröffnetArrow

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles plädiert für ein Mindestrentenniveau von 46 Prozent auch nach dem Jahr 2030. Das wird nur mit höheren Belastungen der nachfolgenden Generationen möglich sein. Den Nachweis, warum die bisherige doppelte Haltelinie nicht reicht, bleibt die Ministerin schuldig. mehr

Rentengipfel
IW-Nachricht, 24. November 2016

Rentengipfel Weitblick statt AktionismusArrow

Wenn die Große Koalition um einen Rentenkompromiss streitet, geht es nicht nur um einen Interessenausgleich zwischen gut und gering verdienenden Arbeitnehmern sowie Menschen mit niedrigen oder hohen Renten. Es geht eigentlich auch um die Interessen der jungen Beitragszahler und Kinder – doch die werden häufig nicht berücksichtigt. mehr