Rentenbesteuerung Image
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Denn jedes Einkommen soll genau einmal besteuert werden. Das war bei der Rente zuvor nicht so. Im Berufsleben durften früher die Beiträge weitestgehend abgesetzt werden und im Alter waren die Auszahlungen ebenfalls steuerfrei. Das Bundesverfassungsgericht hatte dies beanstandet, weil Pensionen schon immer steuerpflichtig waren. In der Vergangenheit bestand nur der kleinere Teil der ausgezahlten Rente aus versteuerten Beiträgen. Damit niemand doppelt besteuert wird, wurde der Ertragsanteil für alle, die vor 2006 in Rente gingen, trotzdem nur auf 50 Prozent festgesetzt. Bis 2040 steigt er schrittweise auf 100 Prozent, denn bis 2025 werden auch alle Beiträge vollständig abzugsfähig sein.

Durch die Anhebung des Ertragsanteils übersteigt nun bei etlichen Rentnern der steuerpflichtige Teil der Rente den Grundfreibetrag und sie müssen Steuern zahlen. Trotzdem haben sie oft keine Steuererklärung abgegeben und wehren sich nun gegen mögliche Nachzahlungen. Sie fordern, rückwirkend eine Bagatellgrenze von 100 bis 300 Euro pro Jahr einzuführen.

Dies wäre aber eine eklatante Verletzung des Gleichheitsgebots. Jeder, der den Grundfreibetrag überschreitet, muss Steuern zahlen, auch Rentner. Ein verheirateter Arbeitnehmer mit zwei Kindern und einem Bruttolohn von 22.000 Euro muss im Jahr 134 Euro Lohnsteuer abführen – ohne Ausnahme. Außerdem werden künftig immer mehr Rentner steuerpflichtig, denn die Ertragsanteile steigen von Jahr zu Jahr an – weil die Menschen eben länger leben. Auch diese Rentner könnten Steuerbefreiungen fordern. Deshalb muss das Gesetz so angewendet werden, wie es beschlossen wurde – selbst wenn es zunächst noch nicht viel zusätzliches Steueraufkommen erbringt.

IW policy paper
IW policy paper, 2. Dezember 2016

Martin Beznoska Die Belastungs- und Aufkommenswirkungen der kalten ProgressionArrow

Von 2010 bis einschließlich 2015 hat sich die gesamte, nicht mittels Tarifanpassungen ausgeglichene Zusatzbelastung der Steuerzahler durch die kalte Progression auf 36,5 Milliarden Euro summiert. Diese versteckten impliziten Steuererhöhungen durch die kalte Progression sind nicht durch die Gesetzgebung legitimiert und sollten daher von der Politik beseitigt werden. mehr

Interview, 25. November 2016

Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk "Gut, dass die Koalition sich nicht darauf hat einigen können"Arrow

Arbeitsministerin Andrea Nahles habe mit ihrem Wunsch, das Rentenniveau anzuheben und dafür einen höheren Beitragssatz einzufordern, Lasten verschoben, sagte Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk. Und zwar "einseitig auf die jungen Beitragszahler", so der Rentenexperte im Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Dies sei "eine grundlegend falsche Entscheidung". mehr

Zukunft der Altersversorgung
IW-Nachricht, 25. November 2016

Zukunft der Altersversorgung Der Renten-Wahlkampf ist eröffnetArrow

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles plädiert für ein Mindestrentenniveau von 46 Prozent auch nach dem Jahr 2030. Das wird nur mit höheren Belastungen der nachfolgenden Generationen möglich sein. Den Nachweis, warum die bisherige doppelte Haltelinie nicht reicht, bleibt die Ministerin schuldig. mehr