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Um 0,1 Prozentpunkte ließe sich der Beitragssatz schon im kommenden Jahr reduzieren; 2013 könnte er noch einmal um 0,3 Punkte auf 19,5 Prozent sinken, danach sogar noch tiefer. Doch stattdessen wollen einige lieber das Füllhorn zugunsten der künftigen Ruheständler ausschütten. Sie plädieren aus Angst vor drohender Altersarmut für ein Aufschieben oder gar Aussetzen der Rente mit 67.

Das ist aber gleich aus mehreren Gründen der falsche Ansatz:

  • Vergünstigungen kosten die Rentenkasse viel Geld – und das auf Dauer. So summieren sich z.B. die Kosten für ausgelassene Rentenminderungen auf aktuell 7,8 Milliarden Euro.
  • Außerdem kann man bereits aus demografischen Gründen nicht auf ein höheres Renteneintrittsalter verzichten. Wird der Einstieg in die Rente mit 67 jetzt hinausgezögert, müssen zukünftig noch weniger Beitragszahler für noch mehr Rentner aufkommen.
  • Im Übrigen führt eine längere Lebensarbeitszeit nicht etwa zu Altersarmut – sie ist ein probates Mittel dagegen. Denn wer länger in die Rentenkasse einzahlt, bekommt am Ende auch jeden Monat mehr heraus.
Interview, 25. November 2016

Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk "Gut, dass die Koalition sich nicht darauf hat einigen können"Arrow

Arbeitsministerin Andrea Nahles habe mit ihrem Wunsch, das Rentenniveau anzuheben und dafür einen höheren Beitragssatz einzufordern, Lasten verschoben, sagte Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk. Und zwar "einseitig auf die jungen Beitragszahler", so der Rentenexperte im Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Dies sei "eine grundlegend falsche Entscheidung". mehr

Zukunft der Altersversorgung
IW-Nachricht, 25. November 2016

Zukunft der Altersversorgung Der Renten-Wahlkampf ist eröffnetArrow

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles plädiert für ein Mindestrentenniveau von 46 Prozent auch nach dem Jahr 2030. Das wird nur mit höheren Belastungen der nachfolgenden Generationen möglich sein. Den Nachweis, warum die bisherige doppelte Haltelinie nicht reicht, bleibt die Ministerin schuldig. mehr

Rentengipfel
IW-Nachricht, 24. November 2016

Rentengipfel Weitblick statt AktionismusArrow

Wenn die Große Koalition um einen Rentenkompromiss streitet, geht es nicht nur um einen Interessenausgleich zwischen gut und gering verdienenden Arbeitnehmern sowie Menschen mit niedrigen oder hohen Renten. Es geht eigentlich auch um die Interessen der jungen Beitragszahler und Kinder – doch die werden häufig nicht berücksichtigt. mehr