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Hintergrund der ungewohnten Rangfolge ist die industrielle Schwächephase insbesondere zum Jahresende. Sie hat das Zugpferd der deutschen Wirtschaft, das Verarbeitende Gewerbe, ausgebremst. Besonders stark hat dies das Saarland sowie die ostdeutschen Industrieländer Sachsen und Thüringen getroffen, wo die Wirtschaft 2012 leicht schrumpfte. Aber auch die beiden industriestarken Südländer Bayern und Baden-Württemberg haben nur in etwa den deutschen Durchschnittswert geschafft.

Eher strukturschwache – das heißt industriearme – Flächenländer wie Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz konnten mit jeweils 0,9 Prozent Wachstum dagegen leicht überdurchschnittlich zulegen, das stark dienstleistungsorientierte Mecklenburg-Vorpommern schaffte sogar den Spitzenplatz. Die Hauptstadt Berlin und die beiden Stadtstaaten Hamburg und Bremen schnitten mit je 1,2 Prozent realem Wachstum ebenfalls gut ab. Dies unterstreicht den neuen Trend hin zur Urbanisierung, der in den Metropolen neue Arbeitsplätze entstehen lässt.

Je Einwohner gerechnet relativieren sich die Wachstumsunterschiede denn auch wieder – außer für Mecklenburg-Vorpommern, das Bevölkerung verliert. Außerdem wird sich das Bild erneut komplett umkehren, sobald die Exporte anziehen. Dann dürften wieder die Südländer die Nase vorn haben. Entsprechend sollte man in den Wachstumsdaten für 2012 keinen Hinweis dafür sehen, dass eine Trendwende weg von der Industrie im Gange ist.

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IW-Trends, 16. Januar 2017

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Auf der einen Seite sind die Effekte der Flüchtlingsmigration auf das Pro-Kopf-Einkommen und die fiskalische Bilanz leicht negativ. Auf der anderen Seite steigern die höheren Staatsausgaben verbunden mit einer zunehmenden Anzahl erwerbstätiger Flüchtlinge das Wirtschaftswachstum. mehr

Migrationseffekte – Integration schafft Wachstum
IW-Pressemitteilung, 16. Januar 2017

Migrationseffekte Integration schafft WachstumArrow

Die Flüchtlinge haben einen positiven Effekt auf die deutsche Konjunktur. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Demnach erhöht die jüngste Zuwanderung das Bruttoinlandsprodukt bis 2020 um insgesamt rund 90 Milliarden Euro. Der Effekt auf das Pro-Kopf-Einkommen ist vorerst negativ. mehr

16. Januar 2017

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Was passiert, wenn ein Land sprunghaft mehr Einwohner bekommt? Ob die Aufnahme von Millionen Flüchtlingen Deutschland mittelfristig teuer zu stehen kommt oder ob sie sich wirtschaftlich sogar auszahlt, hängt im Wesentlichen von einem Punkt ab: wie gut sich die Zuwanderer auf dem heimischen Arbeitsmarkt integrieren. mehr auf iwd.de