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Hintergrund der ungewohnten Rangfolge ist die industrielle Schwächephase insbesondere zum Jahresende. Sie hat das Zugpferd der deutschen Wirtschaft, das Verarbeitende Gewerbe, ausgebremst. Besonders stark hat dies das Saarland sowie die ostdeutschen Industrieländer Sachsen und Thüringen getroffen, wo die Wirtschaft 2012 leicht schrumpfte. Aber auch die beiden industriestarken Südländer Bayern und Baden-Württemberg haben nur in etwa den deutschen Durchschnittswert geschafft.

Eher strukturschwache – das heißt industriearme – Flächenländer wie Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz konnten mit jeweils 0,9 Prozent Wachstum dagegen leicht überdurchschnittlich zulegen, das stark dienstleistungsorientierte Mecklenburg-Vorpommern schaffte sogar den Spitzenplatz. Die Hauptstadt Berlin und die beiden Stadtstaaten Hamburg und Bremen schnitten mit je 1,2 Prozent realem Wachstum ebenfalls gut ab. Dies unterstreicht den neuen Trend hin zur Urbanisierung, der in den Metropolen neue Arbeitsplätze entstehen lässt.

Je Einwohner gerechnet relativieren sich die Wachstumsunterschiede denn auch wieder – außer für Mecklenburg-Vorpommern, das Bevölkerung verliert. Außerdem wird sich das Bild erneut komplett umkehren, sobald die Exporte anziehen. Dann dürften wieder die Südländer die Nase vorn haben. Entsprechend sollte man in den Wachstumsdaten für 2012 keinen Hinweis dafür sehen, dass eine Trendwende weg von der Industrie im Gange ist.

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Gutachten, 24. November 2016

Dr. Tobias Hentze / Barbara Engels / Axel Plünnecke / Thomas Puls / Klaus-Heiner Röhl Die wirtschaftliche Situation Nordrhein-WestfalensArrow

Die aktuelle Lage Nordrhein-Westfalens ist ernüchternd: Eine über Jahre betrachtet schwache wirtschaftliche Dynamik, eine höhere Arbeitslosigkeit als jedes andere westdeutsche Flächenland und der mit Abstand höchste Schuldenberg aller Bundesländer illustrieren den Handlungsdruck für die Politik. mehr

20. Oktober 2016

Bruttoinlandsprodukt Wirtschaftswunder Irland?Arrow

Irland hat 2015 den Wachstumsvogel abgeschossen. Das Bruttoinlandsprodukt der Insel hat dermaßen kräftig zugelegt, dass ketzerische Stimmen schon einen Rechenfehler vermuteten. Doch dem scheint nicht so – und das Wachstum steht auch nicht nur auf dem Papier, sondern es kommt den Iren tatsächlich zugute. mehr auf iwd.de

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IW-Report, 30. September 2016

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Solide Staatsfinanzen sind eine wichtige Voraussetzung, um Spielräume für zukunftsorientierte Investitionen zu schaffen oder um auf außergewöhnliche Aufgaben wie die derzeitige Flüchtlingsintegration vorbereitet zu sein. Der Weg bis zum ausgeglichenen Haushalt ist aber noch weit. mehr