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Wenn Ratingagenturen bestimmte Wertpapiere negativ bewerten, hat das für die Finanzmärkte weitreichende Konsequenzen. Sowohl wegen gesetzlicher Vorgaben als auch wegen eigener Anlageregeln reagieren viele Investoren auf eine Herabstufung mit Kaufzurückhaltung oder dem Verkauf der entsprechenden Papiere. Denn Investoren sind verpflichtet, nach einer Herabstufung mehr Eigenkapital pro Euro Engagement vorzuweisen. Wenn den Investoren neues Eigenkapital zu teuer ist, dann reduzieren sie ihr Engagement. Dadurch fallen die Wertpapierpreise, was schlimmstenfalls die Situation verschärft, da sich die Finanzierungsbedingungen für den Schuldner verschlechtern.

Die Ratingagenturen sitzen dabei in einer Zwickmühle: Wenn sie zu frühzeitig warnen, dann wirft man ihnen vor, dass sie Panik schüren. Wenn sie zu lange warten, dann wirft man ihnen vor, sie würden die schlechte Lage verschärfen. Aus Sicht der Betroffenen gibt es also keinen optimalen Zeitpunkt.

Das eigentliche Problem liegt jedoch nicht bei den Ratingagenturen – jedenfalls nicht in der aktuellen Krise. Vielmehr hat sich der Finanzmarkt immer noch nicht vom letzten Schock erholt. Den Finanzinstituten fehlt das nötige Eigenkapital, um Wertberichtigungen leichter zu verkraften. Als wenig hilfreich erweist sich auch das Festhalten an gesetzlichen Automatismen wie etwa der Regel, dass nach einer Herabstufung mehr Eigenkapital eingebracht werden muss.

Why the ECB is not to blame for low interest rates
Gastbeitrag, 15. September 2016

Markus Demary auf EUROPP Why the ECB is not to blame for low interest ratesArrow

In the latest set of EU stress tests, several German lenders performed poorly. As Markus Demary writes in EUROPP (Blog of LSE about European Politics and Policy), some of this performance has been blamed on low interest rates squeezing the profitability of lenders. He argues that while the ECB has frequently been blamed for this situation, the reality is more complex and instead reflects long-term trends which can only be addressed by lasting structural reforms. mehr

Brexit-Folgen
IW-Pressemitteilung, 11. August 2016

Brexit-Folgen Main schlägt SeineArrow

Frankfurt, Paris, Dublin oder doch Luxemburg? Seit dem britischen Votum diskutieren Politik, Medien und Wirtschaft darüber, welche Finanzstandorte vom Brexit profitieren könnten. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt: Vieles spricht für Frankfurt. mehr