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Wenn Ratingagenturen bestimmte Wertpapiere negativ bewerten, hat das für die Finanzmärkte weitreichende Konsequenzen. Sowohl wegen gesetzlicher Vorgaben als auch wegen eigener Anlageregeln reagieren viele Investoren auf eine Herabstufung mit Kaufzurückhaltung oder dem Verkauf der entsprechenden Papiere. Denn Investoren sind verpflichtet, nach einer Herabstufung mehr Eigenkapital pro Euro Engagement vorzuweisen. Wenn den Investoren neues Eigenkapital zu teuer ist, dann reduzieren sie ihr Engagement. Dadurch fallen die Wertpapierpreise, was schlimmstenfalls die Situation verschärft, da sich die Finanzierungsbedingungen für den Schuldner verschlechtern.

Die Ratingagenturen sitzen dabei in einer Zwickmühle: Wenn sie zu frühzeitig warnen, dann wirft man ihnen vor, dass sie Panik schüren. Wenn sie zu lange warten, dann wirft man ihnen vor, sie würden die schlechte Lage verschärfen. Aus Sicht der Betroffenen gibt es also keinen optimalen Zeitpunkt.

Das eigentliche Problem liegt jedoch nicht bei den Ratingagenturen – jedenfalls nicht in der aktuellen Krise. Vielmehr hat sich der Finanzmarkt immer noch nicht vom letzten Schock erholt. Den Finanzinstituten fehlt das nötige Eigenkapital, um Wertberichtigungen leichter zu verkraften. Als wenig hilfreich erweist sich auch das Festhalten an gesetzlichen Automatismen wie etwa der Regel, dass nach einer Herabstufung mehr Eigenkapital eingebracht werden muss.

Bankenregulierung sollte nicht alle über einen Kamm scheren
Gastbeitrag, 3. Februar 2017

Markus Demary in der Zeitschrift Profil Bankenregulierung sollte nicht alle über einen Kamm scherenArrow

Die wissenschaftlichen Berater von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel forderten laut Medienberichten eine stärkere Regulierung der Banken. Sie folgten dabei einem Vorschlag des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht. Dieses Vorhaben ist aber aus mehreren Gründen problematisch. Ein Gastbeitrag in der Zeitschrift Profil von IW-Finanzmarktökonom Markus Demary. mehr

ECB Might Overshoot the Inflation Target
IW-Kurzbericht, 1. Februar 2017

Markus Demary / Michael Hüther ECB Might Overshoot the Inflation TargetArrow

The European Central Bank (ECB) has prolonged its large-scale asset purchase programs for public and private bonds in December 2016 until the end of 2017. Otherwise the programs would have expired in March 2017. Due to its strong focus on the inflation target of below, but close to 2 percent, the extension of the asset purchasing programs was expected in case of weak inflation dynamics. Inflation, however, recovered at the end of last year due to normalizing oil prices. mehr