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Grundsätzlich stößt auf, dass hier Daten miteinander verglichen werden, die auf Staatsseite kameralistisch und auf Privatschulseite nach betriebswirtschaftlichen Kriterien ermittelt werden. So werden in der Einnahmen- und Ausgabenrechnung des Staates zum Beispiel Pensionszahlungen nur kalkulatorisch berücksichtigt, in der Buchhaltung der Privatschulen dagegen sind die Sozialbeiträge zur Rentenversicherung exakt verbucht. Die vordergründige Schlussfolgerung, Privatschulen sind teurer als staatliche Schulen, ist schon deshalb falsch. Würden nämlich die staatlichen Schulausgaben mit kaufmännischer Buchhaltung berechnet, wären nach IW-Berechnungen die öffentlichen Ausgaben je Schüler an einer staatlichen Schule um fast 1.900 Euro höher – und lägen somit bei rund 7.900 Euro je Schüler.

Zu den weiteren Ungereimtheiten der amtlichen Veröffentlichung zählt, dass Einnahmen mit Ausgaben gleichgesetzt werden. So wird der Eindruck vermittelt, dass bei Privatschulen lediglich 15 Prozent der Ausgaben auch privat finanziert sind und der größere Rest durch die staatliche Finanzhilfe abgedeckt ist. Nach IW-Berechnungen ist der tatsächlich zu leistende Deckungsbeitrag der freien Schulträger mit 40 bis 50 Prozent im Mittel drei Mal so hoch.

Ein weiterer Punkt, der die Privatschulausgaben nach oben treibt, aber vom Statistischen Bundesamt nicht differenziert ausgewiesen wird, ist der sogenannte Förderschülereffekt. Damit ist gemeint, dass der Anteil der Sonderschüler an freien Schulen mit 10,2 Prozent um das 2,6-fache höher ist als an staatlichen Schulen (3,9 Prozent). Weil Förderschüler wegen der nötigen Betreuung etwa doppelt so viel kosten wie Schüler an einer Regelschule, verzerrt der höhere Förderschüleranteil die Gesamtausgaben pro Schüler.

Wird nun eine identische Förderschülerquote an freien Schulen wie an staatlichen unterstellt, verringern sich die durchschnittlichen Ausgaben je Privatschüler auf 6.400 Euro.

Helmut Klein
Privatschulfinanzierung im Kalkül staatlicher Unterfinanzierung und der Wettbewerbsbeschränkung
IW-Trends Nr. 2/2011

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