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Eine ergänzende kapitalgedeckte Pflegeversicherung ist sinnvoll, solange die zusätzliche Vorsorge über den privaten Versicherungsmarkt läuft. Schließlich sind private Versicherungsunternehmen seit langem mit der Kalkulation und Anlage von Rücklagen vertraut.

Unter das Dach der sozialen Pflegeversicherung gehört diese Zusatzversicherung dagegen nicht. Dort gäbe es keinen verlässlichen Schutz vor politischem Missbrauch - wie man am Beispiel der Nachhaltigkeitsrücklage bzw. der früheren Mindestreserve in der Rentenversicherung sehen kann, deren Höhe immer wieder neu festgelegt wurde. Außerdem dürften die Beitragssätze steigen und das belastet die Arbeitskosten.

Manch einer liebäugelt ohnehin damit, die Rücklage nur vorübergehend anzusparen. Sie soll genutzt werden, um ab 2030 die ärgsten Belastungen abzufedern. Das ist aber völlig widersinnig. Denn gelackmeiert wären die jungen Beitragszahler. Sie müssten jetzt höhere Beitragssätze schultern und stünden später, wenn sie altern und womöglich selber pflegebedürftig werden, ohne Rücklage da.

IW-Kurzbericht, 23. November 2016

Jochen Pimpertz Pflegereform III – Personalkosten sind mehr als die VergütungArrow

Um dem steigenden Pflegebedarf gerecht werden zu können, bedarf es unter anderem eines Ausbaus der Pflegeinfrastruktur. Neue Nachweispflichten für die Betreiber von Pflegeeinrichtungen drohen aber die Investitionsbedingungen zu verschlechtern. Leidtragende wären Pflegebedürftige und Steuerzahler. mehr

Gesetzliche Krankenversicherung – Beitragsparität gibt es nicht
IW-Nachricht, 26. August 2016

Gesetzliche Krankenversicherung Beitragsparität gibt es nichtArrow

Vor der Bundestagswahl plädieren zahlreiche Stimmen dafür, zur Beitragsparität in der Gesetzlichen Krankenversicherung zurückkehren. Doch der Vorschlag streut nur Sand in die Augen der Versicherten, denn paritätisch geht es in der GKV schon lange nicht mehr zu. Daran würde selbst eine „Rückkehr“ nichts ändern. mehr