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Der Panama-Kanal durchschneidet die mittelamerikanische Landenge. Freie Fahrt bietet der Staat auch für Steuersünder. Foto: EMPPhotography/iStock

Als die nordrhein-westfälische Landesregierung vor wenigen Jahren CDs mit brisanten Steuerdaten einkaufte, mussten die betroffenen Bürger Steuern nachzahlen. Hinzu kamen hohe Strafzahlungen. Insgesamt summierte sich das auf rund 800 Millionen Euro. Entscheidender war aber, dass auch bei vielen nicht auf den Listen stehenden Bürgern mit dubiosen Konten im Ausland die Angst umging, die Anzahl der Selbstanzeigen schnellte nach oben. Die Sorge der noch Unentdeckten spülte weitere gut 1,2 Milliarden Euro in die öffentlichen Kassen. Im Jahr 2014 zeigten sich bundesweit achtmal so viele Bundesbürger wegen Steuervergehen an als noch 2011. (siehe Tabelle)

Seit Anfang der Woche wiederholt sich scheinbar die Geschichte. Noch ist allerdings völlig unklar, was die Panama Papers für die deutsche Staatskasse bedeuten. Zwar finden sich offenbar auch zahlreiche Namen deutscher Unternehmen und Staatsbürger unter den Eigentümern der Briefkastenfirmen, inwieweit es sich dabei allerdings um illegale oder lediglich illegitime Geschäfte handelt, ist bisher nicht abzuschätzen.

Wer allerdings etwas zu verbergen hat – ob in Panama, auf einer Karibikinsel oder in Europa – wird unabhängig vom Auftauchen in den Unterlagen nun erneut ins Grübeln kommen, ob eine Selbstanzeige nicht doch das kleinere Übel ist. Denn weitere Enthüllungen können an ganz verschiedenen Orten der Welt jederzeit ans Tageslicht kommen. Ob die Finanzminister im Bund und in den Ländern sich deshalb aber über ein dickes Steuerplus freuen dürfen, bleibt abzuwarten.

In den vergangenen Jahren haben sich bereits viele mögliche Selbstanzeiger steuerehrlich gemacht. Und wen die Entwicklungen der vergangenen Jahre – mit dem Höhepunkt der Verurteilung von Uli Hoeneß – nicht dazu bewogen haben, sich per Selbstanzeige an das Finanzamt zu wenden, der wird auch jetzt nicht unbedingt einen Grund dafür sehen.

Die Anzahl der Selbstanzeigen liegt derzeit nicht mehr auf dem hohen Niveau von 2014 – auch, weil im vergangenen Jahr die Voraussetzungen für eine straffreie Selbstanzeige verschärft worden sind.

Selbstanzeigen von Steuersündern

2011 lag die Zahl der Selbstanzeigen bei 4.835. Daten für die einzelnen Bundesländer liegen nicht vor.

Ansprechpartner

8. Dezember 2016

Einkommenssteuer „Es geht um hart erarbeitetes Geld“Arrow

Das IW Köln plädiert für die Beseitigung der kalten Progression in der deutschen Einkommenssteuer, der nächste Schritt wäre ein Abbau des sogenannten Mittelstandsbauchs. Warum es richtig ist, die Steuerzahler zu entlasten, darüber hat der „iwd“ mit dem Finanzwissenschaftler und Präsidenten des Münchener ifo Instituts Clemens Fuest gesprochen. mehr auf iwd.de

IW policy paper, 2. Dezember 2016

Martin Beznoska Die Belastungs- und Aufkommenswirkungen der kalten ProgressionArrow

Von 2010 bis einschließlich 2015 hat sich die gesamte, nicht mittels Tarifanpassungen ausgeglichene Zusatzbelastung der Steuerzahler durch die kalte Progression auf 36,5 Milliarden Euro summiert. Diese versteckten impliziten Steuererhöhungen durch die kalte Progression sind nicht durch die Gesetzgebung legitimiert und sollten daher von der Politik beseitigt werden. mehr

12. Oktober 2016

Demografie und Steuereinnahmen Chronik eines angekündigten SteuereinbruchsArrow

Kurzfristig werden die Effekte der alternden Bevölkerung zwar noch von der hohen Zuwanderung überdeckt. Doch langfristig reißt die demografische Entwicklung in Deutschland milliardentiefe Löcher in die Staatskassen. mehr auf iwd.de