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In der Tat ist der Anteil der Beschäftigten, deren Löhne und Arbeitszeiten hierzulande von Tarifverträgen geregelt werden, seit Mitte der 1990er Jahre rückläufig. In der westdeutschen Privatwirtschaft lag die Quote im Jahr 1996 noch bei 66 Prozent, im Jahr 2011 waren es lediglich 48 Prozent.

Allerdings liegen die eigentlichen Ursachen für die zunehmende Ungleichheit zwischen Lohn- und Kapitaleinkommen einerseits und zwischen den niedrigen und hohen Lohneinkommen andererseits ganz woanders, wie die OECD-Studie belegt. Die Einführung neuer Technologien, insbesondere von Informations- und Kommunikationstechnologien, ging einher mit dem Abbau von gut bezahlten Arbeitsplätzen für Geringqualifizierte. Verstärkt wurde dieser Trend durch die zunehmende internationale Vernetzung von Warenströmen und Wertschöpfungsketten sowie die steigende Konkurrenz in arbeitsintensiven Industriesektoren. Dadurch verschlechterten sich die Beschäftigungschancen und die Einkommensposition insbesondere bei Geringqualifizierten.

Wer nun aber die Ausweitung des Niedriglohnsektors und der Lohnungleichheit in Deutschland beklagt, verkennt zugleich, dass es dadurch hierzulande wieder gelungen ist, Arbeitslosen eine Beschäftigungsperspektive zu geben, mit der auch die Chancen auf Einkommenszuwächse verbunden sind.

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Gastbeitrag, 27. Dezember 2016

Knut Bergmann und Judith Niehues in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Wahrnehmung und WirklichkeitArrow

Tendenziell neigen insbesondere gutverdienende Menschen dazu, ihre Einkommensposition zu unterschätzen, wobei die Deutschen im internationalen Vergleich besonders pessimistisch sind. Ein Gastbeitrag von IW-Kommunikationsleiter Knut Bergmann und IW-Verteilungsforscherin Judith Niehues in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. mehr

Armuts- und Reichtumsbericht
IW-Nachricht, 14. Dezember 2016

Armuts- und Reichtumsbericht Viele positive EntwicklungenArrow

Mittlerweile kursiert der Entwurf des Fünften Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung im Internet. Der Bericht deutet auf viele positive Entwicklungen hin, dennoch werden in vielen Medien vor allem negative Befunde betont. Das ebenfalls dokumentierte Auseinanderdriften von gefühlter und messbarer Realität dürfte sich dadurch weiter verstärken. mehr

Regionale Armut
IW-Pressemitteilung, 5. Dezember 2016

Regionale Armut Auf die Preise kommt es anArrow

Der Westen Deutschlands ist reich, der Osten arm – so pauschal läuft häufig die Armutsdebatte. Tatsächlich aber stehen vor allem westdeutsche Städte schlecht da, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Studie. Die Politik könnte gegensteuern. mehr