EZB im grünen Bereich Image
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Die amerikanische Notenbank (Fed) ergreift zudem immer öfter "innovative" Maßnahmen. Sie will zusätzlich zu ihren üblichen geldpolitischen Partnern auch anderen Wertpapierfirmen den Zugang zur direkten Geldversorgung gewähren. Das ist nur folgerichtig, denn das eigentliche System funktioniert mangels gegenseitigen Vertrauens unter den Finanzmarktakteuren zurzeit schlecht. Normalerweise gibt die Zentralbank an wenigen Stellen Liquidität in den Geldmarkt, der sie dann weiterverteilt. Wenn dieser Motor stottert, muss das Geld eben direkt verteilt werden. Die Fed hat ferner die Abwicklung der Investmentbank Bear Stearns erleichtert: Sie gewährte der Käuferbank JPMorgan einen Kredit, der mit Wertpapieren gesichert ist. Das war schlicht eine Finanzierungsunterstützung für JPMorgan, die außerdem mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Kosten für den Steuerzahler erzeugen wird – Aufregung ist also nicht angebracht.

In Europa sieht bis jetzt alles besser aus. Die EZB kann auf eine Zinssenkung verzichten und wird dementsprechend nicht verdächtig, die Konjunktur auf Kosten der Inflation retten zu wollen. Die Liquiditätsspritzen der europäischen Währungshüter haben auch die gesamtwirtschaftlich relevante Geldmenge nicht durcheinander gebracht. Und den ganzen Finanzmarktturbulenzen zum Trotz – noch brauchen EZB-Chef Trichet und Co. auch nicht eingreifen, schließlich ist in Europa die Versorgung der Banken mit Krediten noch im grünen Bereich.

10. Januar 2017

Geldpolitik Bargeld bremst Wirkung der GeldpolitikArrow

Die Europäische Zentralbank flutet die Märkte seit Jahren mit Geld, um die Inflation anzukurbeln. Die althergebrachte Methode funktioniert jedoch nicht mehr. Einer der Gründe: Die EU-Bürger horten Bargeld. mehr auf iwd.de

The U.S. experience should lead the way
Gastbeitrag, 3. Januar 2017

Michael Hüther in The International Economy The U.S. experience should lead the wayArrow

Despite of the European Central Bank’s (ECB) accommodative monetary policy stance, Euro Area inflation expectations remain persistently depressed. Financial intermediaries’ interest rate margins have been squeezed and the secondary market for sovereign debt is running out of bonds. As a consequence more and more European economists call for a tool of last resort – helicopter money. A contribution by Michael Hüther for The International Economy, a specialized quarterly magazine. mehr

Geldmenge und Inflation in Europa
IW policy paper, 21. Dezember 2016

Matthias Diermeier / Henry Goecke Geldmenge und Inflation in Europa – Ist der Zusammenhang verloren?Arrow

Seit dem Ausbruch der europäischen Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 befindet sich die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) im Krisenmodus. Die Übersetzung der wachsenden Geldmenge auf eine höhere Inflation beziehungsweise Inflationserwartung gestaltet sich schwierig. mehr