EZB im grünen Bereich Image
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Die amerikanische Notenbank (Fed) ergreift zudem immer öfter "innovative" Maßnahmen. Sie will zusätzlich zu ihren üblichen geldpolitischen Partnern auch anderen Wertpapierfirmen den Zugang zur direkten Geldversorgung gewähren. Das ist nur folgerichtig, denn das eigentliche System funktioniert mangels gegenseitigen Vertrauens unter den Finanzmarktakteuren zurzeit schlecht. Normalerweise gibt die Zentralbank an wenigen Stellen Liquidität in den Geldmarkt, der sie dann weiterverteilt. Wenn dieser Motor stottert, muss das Geld eben direkt verteilt werden. Die Fed hat ferner die Abwicklung der Investmentbank Bear Stearns erleichtert: Sie gewährte der Käuferbank JPMorgan einen Kredit, der mit Wertpapieren gesichert ist. Das war schlicht eine Finanzierungsunterstützung für JPMorgan, die außerdem mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Kosten für den Steuerzahler erzeugen wird – Aufregung ist also nicht angebracht.

In Europa sieht bis jetzt alles besser aus. Die EZB kann auf eine Zinssenkung verzichten und wird dementsprechend nicht verdächtig, die Konjunktur auf Kosten der Inflation retten zu wollen. Die Liquiditätsspritzen der europäischen Währungshüter haben auch die gesamtwirtschaftlich relevante Geldmenge nicht durcheinander gebracht. Und den ganzen Finanzmarktturbulenzen zum Trotz – noch brauchen EZB-Chef Trichet und Co. auch nicht eingreifen, schließlich ist in Europa die Versorgung der Banken mit Krediten noch im grünen Bereich.

26. September 2016

Geldpolitik Draghische EntscheidungenArrow

Seit 2008 zieht die Europäische Zentralbank (EZB) ein geldpolitisches Instrument nach dem anderen aus dem Hut, um die Märkte zu stabilisieren, die Wirtschaft zu beleben oder – wie derzeit – die Inflation anzukurbeln. Weil bislang nicht alle erhofften Wirkungen eingetreten sind, soll EZB-Chef Mario Draghi nach dem Willen einiger Ökonomen noch tiefer in die geldpolitische Trickkiste greifen. Doch das ist nicht notwendig. Denn tatsächlich wirkt die Niedrigzinspolitik – auf dem Arbeitsmarkt. mehr auf iwd.de

The Contribution of Supply and Demand Factors to Low Inflation
IW-Kurzbericht, 20. September 2016

Michael Hüther / Markus Demary IW Monetary Outlook: The Contribution of Supply and Demand Factors to Low InflationArrow

Eurozone inflation underperforms since the beginning of 2013 and monetary policy struggles to stabilize it since then. The items of the aggregate inflation rate indicate that low inflation is due to both supply and demand factors and weak demand is caused by indebtness and unemployment. Additional monetary policy measures are not required in the current situation because monetary policy has long lags when economies are indebted and it already helped to reduce cyclical unemployment. mehr

Why the ECB is not to blame for low interest rates
Gastbeitrag, 15. September 2016

Markus Demary auf EUROPP Why the ECB is not to blame for low interest ratesArrow

In the latest set of EU stress tests, several German lenders performed poorly. As Markus Demary writes in EUROPP (Blog of LSE about European Politics and Policy), some of this performance has been blamed on low interest rates squeezing the profitability of lenders. He argues that while the ECB has frequently been blamed for this situation, the reality is more complex and instead reflects long-term trends which can only be addressed by lasting structural reforms. mehr