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Zwei Seiten einer Medaille: Im Zeitraum 1997 bis 2009 stieg nicht nur der Anteil der Bezieher von Niedriglöhnen an der Gesamtzahl der Beschäftigten von 17 auf 22 Prozent, sondern es nahm auch die Zahl der Beschäftigten deutlich zu. Selbst in Tätigkeiten mit geringen Anforderungen an die Qualifikation – oftmals die einzige Beschäftigungschance für Geringqualifizierte – gab es Zuwächse.

In der Folge ist der Anteil der Geringverdiener an der Bevölkerung im Erwerbsalter seit 1997 zwar von 9 auf 14 Prozent gewachsen. Dies ging aber nicht zu Lasten der Normalverdiener, deren Anteil ebenfalls stieg, nämlich von 45 auf 48 Prozent. Rückläufig war vielmehr der Anteil der (Früh-)Rentner, Nichterwerbstätigen und Arbeitslosen, der von 29 auf 21 Prozent sank.

Mithin ist es gelungen, gering produktive Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Diese zusätzliche Beschäftigung erfolgt häufig zu vergleichsweise geringen Löhnen, ist in den meisten Fällen aber die bessere Alternative zur Arbeitslosigkeit: Von den Arbeitslosen haben 60 Prozent ein Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze, während von den Geringverdienern lediglich 16 Prozent als armutsgefährdet eingestuft werden müssen.

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Risikogruppen haben es schwer
13. November 2014

Arbeitsmarkt Risikogruppen haben es schwerArrow

Die Beschäftigung in Deutschland legt weiterhin kräftig zu. Damit auch Risikogruppen wie Langzeitarbeitslose und Geringqualifizierte davon profitieren, brauchen sie Jobs mit einer entsprechenden Entlohnung und besonderen Beschäftigungsformen. Doch gerade diese Einstiege in den Arbeitsmarkt werden von der Bundesregierung zunehmend verbaut. mehr auf iwd.de

OECD-Studie
IW-Nachricht, 14. Mai 2014

OECD-Studie Auch Geringverdiener profitierenArrow

Der aktuelle OECD-Wirtschaftsbericht für Deutschland prangert an, dass trotz Wirtschaftswachstum und sinkender Arbeitslosigkeit die Armutsgefährdungsquote in Deutschland nicht sinkt. Die Schlussfolgerung, die unteren Einkommen würden hierzulande nicht vom Wachstum profitieren, ist aber schlichtweg falsch. mehr