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Auch dies ist sicherlich kein Anstieg, der deutlich im Portemonnaie zu spüren ist. Die Arbeitnehmer hatten aber dennoch etwas vom Aufschwung. Denn seit 2005 ist die Zahl der Arbeitslosen um 2 Millionen zurückgegangen. Die relativ moderaten Lohnsteigerungen haben hierzu einen wichtigen Beitrag geleistet.

Ebenso ermöglichten sie es den Unternehmen, einen Puffer aufzubauen, um die vergangene Krise mit nur wenigen Entlassungen durchzustehen. Auch der Verweis auf den Einkommensrückgang der Niedrigverdiener vergleicht quasi Äpfel mit Birnen. Denn die 10 Prozent der Bevölkerung mit den niedrigsten Verdiensten im Jahr 2000 sind zumeist andere Personen als die Geringverdiener des Jahres 2010. Mehr Teilzeitbeschäftigung, Mini- und Ein-Euro-Jobs sorgen hier für Verschiebungen– aber auch für neue Verdienstmöglichkeiten.

Blickt man auf die Verteilung des Gesamteinkommens, zeigt sich, dass sowohl die Einkommensungleichheit als auch die relative Einkommensarmut seit 2004 im Trend nicht mehr gestiegen sind.

Interview, 8. September 2016

Michael Hüther und Gustav A. Horn auf Zeit Online "Es gibt kein Problem mit Altersarmut"Arrow

Ein großer Niedriglohnsektor und Abstiegsangst der Mittelschicht, gleichzeitig fast Vollbeschäftigung und hohes Wachstum: Wie gerecht ist Deutschland? Ein Streitgespräch zwischen IW-Direktor Michael Hüther und Gustav A. Horn, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung. mehr

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IW-Pressemitteilung, 5. September 2016

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Die Reichen in Deutschland werden immer reicher, die Armen verlieren den Anschluss: Diese weitläufige Wahrnehmung hat wenig mit der wirtschaftlichen Realität zu tun, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einem Faktencheck. Denn die Ungleichheit der Einkommen und Vermögen hat in den vergangenen zehn Jahren nicht zugenommen – die Lohnungleichheit sinkt sogar. mehr