Nebenjob-Boom Image
Minijobs Quelle: Kadmy – Fotolia

2,6 Millionen oder 9 Prozent der Arbeitnehmer hatten im Jahr 2013 neben einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung noch eine geringfügige Nebenbeschäftigung – so viele wie nie seit Einführung der Statistik im Juni 2003. Für diese Entwicklung sind verschiedene Begründungen denkbar:

  • Die sogenannten geringfügigen Nebenjobs sind für Arbeitnehmer abgabenfrei. Deshalb lohnen sie sich oftmals mehr als eine entsprechende Ausweitung der Arbeitszeit im Hauptjob: Bei 8,50 Euro Stundenlohn müsste ein Arbeitnehmer in Vollzeit rund 17 Euro im Hauptjob verdienen, damit sich dieser mehr lohnt als der Minijob.
  • Die Arbeitnehmer erfüllen sich mit dem zusätzlichen Verdienst zusätzliche Konsumwünsche, wie zum Beispiel eine teure Reise.
  • Die Hauptbeschäftigung ist nur ein Teilzeitjob, bei dem die Arbeitszeit nicht wie gewünscht ausgeweitet werden kann. Als Alternative bleibt also nur ein zusätzlicher Minijob.
  • Arbeitnehmer brauchen den Zusatzjob, um über die Runden zu kommen.

Gerade für die letzte Begründung gibt es allerdings wenig Anhaltspunkte. Denn gegen sie spricht unter anderem, dass es die höchsten Zusatzjob-Quoten in Regionen gibt, in denen es viel Arbeit gibt, und nicht etwa dort, wo die Löhne niedrig sind: Während in Baden-Württemberg 11 Prozent der Beschäftigten einen Nebenjob haben, sind es in den neuen Ländern nur 5 Prozent.

Ansprechpartner

Arbeitszeitwünsche von Frauen und Männern
IW-Kurzbericht, 17. Januar 2017

Holger Schäfer / Jörg Schmidt Arbeitszeitwünsche von Frauen und MännernArrow

Frauen und Männer haben unterschiedliche Präferenzen hinsichtlich des Umfangs ihrer Arbeitszeit. Eine Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) verdeutlicht, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine zentrale Ursache für divergierende Arbeitszeitwünsche darstellt. Allerdings unterscheiden sich die Wunscharbeitszeiten auch bei Frauen und Männern ohne Betreuungspflichten noch deutlich. mehr

Arbeitsmarktreformen – Unnötige Regulierungen
IW-Nachricht, 11. Januar 2017

Entgeltgleichheitsgesetz und Rückkehrrecht Unnötige RegulierungenArrow

Im Jahr 2016 waren so viele Menschen in Deutschland beschäftigt wie nie zuvor. Dennoch hat die Regierung in dieser Legislaturperiode noch zwei Arbeitsmarktreformen auf der Agenda: das Lohngerechtigkeitsgesetz und den Rechtsanspruch auf befristete Teilzeit. Beide Gesetze sind weder nötig noch hilfreich. mehr

Gastbeitrag, 29. Dezember 2016

Christoph Schröder in der Fuldaer Zeitung Mindestlohn belastet den ArbeitsmarktArrow

Zwei Jahre nach der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zieht Christoph Schröder, Experte für Tarifpolitik und Arbeitsbeziehungen im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, in einem Gastbeitrag für die Fuldaer Zeitung eine ernüchternde Bilanz. mehr