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Nach den Plänen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) soll künftig insbesondere im unteren Einkommensbereich der Arbeitgeber den Großteil der Sozialversicherungsbeiträge allein tragen. Der Arbeitnehmerbeitrag liegt anfangs bei null und steigt mit dem Einkommen langsam an, bis bei einem Einkommen von 800 Euro brutto die Parität erreicht wäre. Das Ziel der Übung ist, mehr Arbeitnehmern eine „auskömmliche“ Entlohnung zu bieten und Minijobs in reguläre Teilzeitstellen umzuwandeln. Das Kalkül der Gewerkschaft: Für den Arbeitgeber ist es letztlich von den Sozialabgaben her billiger, eine Teilzeitkraft für 800 Euro zu beschäftigen, als zwei Minijobber für 400 Euro.

Diese Rechnung geht jedoch nicht unbedingt auf: Wenn sich Beschäftigungsverhältnisse mit wenigen Wochenstunden verteuern, können die Unternehmen diese nicht gleich in Teilzeitstellen umwandeln. Der Einzelhändler, der für den Samstagmittag eine Aushilfe braucht, benötigt diese eben nicht auch an den anderen Tagen der Woche. Es bleibt also beim Status Quo. Wenn die Aushilfskraft für den Samstag allerdings teurer wird, ist er versucht, die höheren Kosten pro Stunde durch Einsparungen bei der Arbeitszeit zu kompensieren.

Auch aus Arbeitnehmersicht werden Beschäftigungsfallen eher auf- als abgebaut. Wer im DGB-System eine Lohnerhöhung erhielte, würde einen erheblichen Teil durch die Progression des Sozialversicherungsbeitragssatzes wieder verlieren. Dadurch entsteht ein Anreiz, die Zahl der Wochenstunden gering zu halten. Für Empfänger von ergänzendem Arbeitslosengeld II bliebe ohnehin alles beim Alten – ihr verfügbares Einkommen wäre von der Neuregelung gar nicht beeinflusst.

Ansprechpartner

Ruf nach Regulierung
IW-Gewerkschaftsspiegel, 30. November 2016

Crowdworking Ruf nach RegulierungArrow

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiierten Dialogs „Arbeit 4.0“ werden gegen Ende dieses Jahres Vorschläge präsentiert, wie die sozialen Bedingungen und Spielregeln der zukünftigen Arbeitsgesellschaft gestaltet werden sollen. Dabei wird auch über eine Regulierung des Crowdworkings diskutiert. mehr

iwd
30. September 2016

Geringfügig Beschäftigte Minijobs sind kein JobmotorArrow

Minijobs haben, anders als gelegentlich behauptet, nichts zum Beschäftigungsaufbau der vergangenen zehn Jahre beigetragen. Im Gegenteil: Ihre Zahl ist zuletzt sogar leicht zurückgegangen. mehr auf iwd.de

Minijobs im Alter
IW-Nachricht, 30. August 2016

Minijobs im Alter Rentner wollen sich was gönnenArrow

In Deutschland haben rund 900.000 Rentner einen Minijob. Was einige Politiker vorschnell als Signal für eine steigende Altersarmut werten, ist aber eigentlich positiv: Die Entwicklung dürfte eher auf einen gesunden Arbeitsmarkt zurückzuführen sein. mehr