Minijobs im Nebenerwerb Image
Minijobs Quelle: Picture-Factory – Fotolia

Denn genauso gut könnte der Zusatzjob dazu gedacht sein, außergewöhnliche Konsumwünsche zu erfüllen. Dafür spricht, dass Mehrfachbeschäftigungen vor allem dort verbreitet sind, wo es viele Arbeitsplätze gibt – nämlich in Bayern und Baden-Württemberg – und nicht dort, wo die Löhne besonders niedrig sind wie in den neuen Bundesländern.

Plausibler ist allerdings die Vermutung, dass der ergänzende Minijob für viele finanziell attraktiver ist als eine erhöhte Stundenzahl im eigentlichen Beruf. Denn der Neben-Minijob unterliegt anders als der Hauptjob nicht der Beitragspflicht zur Sozialversicherung und muss auch nicht individuell versteuert werden. Die Abgabenlast trägt allein der Arbeitgeber. Das führt zum Beispiel dazu, dass ein Minijob mit nur 7 Euro Bruttostundenlohn mehr einbringt als eine entsprechend höhere Stundenzahl im Hauptjob, selbst wenn dieser mit 12 Euro pro Stunde entlohnt wird.

Von Bedeutung ist auch, dass viele Beschäftigte mit einem Minijob im Nebenerwerb in ihrem Haupterwerb gar nicht vollzeitbeschäftigt sind, sondern lediglich teilzeitbeschäftigt. Hier können Stundenrestriktionen eine Rolle spielen: Die Beschäftigten würden gern mehr arbeiten, können das in ihrem derzeitigen Job aber nicht. Die naheliegende Alternative ist dann, zusätzlich einen Minijob anzunehmen.

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Arbeitszeitwünsche von Frauen und Männern
IW-Kurzbericht, 17. Januar 2017

Holger Schäfer / Jörg Schmidt Arbeitszeitwünsche von Frauen und MännernArrow

Frauen und Männer haben unterschiedliche Präferenzen hinsichtlich des Umfangs ihrer Arbeitszeit. Eine Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) verdeutlicht, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine zentrale Ursache für divergierende Arbeitszeitwünsche darstellt. Allerdings unterscheiden sich die Wunscharbeitszeiten auch bei Frauen und Männern ohne Betreuungspflichten noch deutlich. mehr

Arbeitsmarktreformen – Unnötige Regulierungen
IW-Nachricht, 11. Januar 2017

Entgeltgleichheitsgesetz und Rückkehrrecht Unnötige RegulierungenArrow

Im Jahr 2016 waren so viele Menschen in Deutschland beschäftigt wie nie zuvor. Dennoch hat die Regierung in dieser Legislaturperiode noch zwei Arbeitsmarktreformen auf der Agenda: das Lohngerechtigkeitsgesetz und den Rechtsanspruch auf befristete Teilzeit. Beide Gesetze sind weder nötig noch hilfreich. mehr

Gastbeitrag, 29. Dezember 2016

Christoph Schröder in der Fuldaer Zeitung Mindestlohn belastet den ArbeitsmarktArrow

Zwei Jahre nach der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zieht Christoph Schröder, Experte für Tarifpolitik und Arbeitsbeziehungen im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, in einem Gastbeitrag für die Fuldaer Zeitung eine ernüchternde Bilanz. mehr