Minijobs im Alter Image
Viele Rentner arbeiten, weil ihnen der Job Freude bereitet. Doch auch diejenigen, die vorrangig des Geldes wegen arbeiten, sind nicht zwingend ein Fall für die Armutsstatistik. Foto: RomanSeliutin/iStock

Es gibt unterschiedlich Motive, warum Menschen im Rentenalter noch arbeiten: Vielen macht ihr Job einfach Spaß, sie fühlen sich noch fit, schätzen den Kontakt zu anderen Menschen und die Abwechslung, die ein berufliches Engagement bietet. Und natürlich geht es auch um das Geld.

Es wäre aber voreilig, jeden geringfügig beschäftigten Rentner gleich zum Sozialfall zu erklären. Auch wer vorrangig des Geldes wegen arbeitet, ist nicht zwingend ein Fall für die Armutsstatistik. Laut Statistischem Bundesamt geben 55 Prozent der Rentner mit einem Minijob an, sich mit dem Geld Extrawünsche zu erfüllen. Nur 36 Prozent meinen, das zusätzliche Einkommen zu brauchen, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können – obwohl die staatliche Grundsicherung im Alter eigentlich dafür sorgt, dass die Grundbedürfnisse gedeckt werden können. Für 9 Prozent der arbeitenden Senioren ist das zusätzliche Geld eher unwichtig.

Dass das Arbeiten im Alter nicht unbedingt eine Frage finanzieller Not ist, zeigt auch die regionale Verteilung der Minijobs für Rentner. Am meisten davon gibt es in Süddeutschland. Allein in Baden Württemberg arbeiten mehr Minijobber im Rentenalter als in den neuen Bundesländern, obwohl die Einkommen dort niedriger sind. Die Erklärung: Minijobs entstehen dort, wo der Arbeitsmarkt rund läuft – und nicht dort, wo es besonders viele niedrige Einkommen gibt.

Ansprechpartner

Ruf nach Regulierung
IW-Gewerkschaftsspiegel, 30. November 2016

Crowdworking Ruf nach RegulierungArrow

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiierten Dialogs „Arbeit 4.0“ werden gegen Ende dieses Jahres Vorschläge präsentiert, wie die sozialen Bedingungen und Spielregeln der zukünftigen Arbeitsgesellschaft gestaltet werden sollen. Dabei wird auch über eine Regulierung des Crowdworkings diskutiert. mehr

iwd
30. September 2016

Geringfügig Beschäftigte Minijobs sind kein JobmotorArrow

Minijobs haben, anders als gelegentlich behauptet, nichts zum Beschäftigungsaufbau der vergangenen zehn Jahre beigetragen. Im Gegenteil: Ihre Zahl ist zuletzt sogar leicht zurückgegangen. mehr auf iwd.de

IW-Kurzbericht, 1. August 2016

Dominik Enste Arbeitsplatz PrivathaushaltArrow

Die Schwarzarbeit in Privathaushalten ist in den letzten 10 Jahren um bis zu einem Viertel gesunken. Dies ist insbesondere auf den großen Anstieg der Haushaltshilfen in Minijobs (plus 270 Prozent) zurückzuführen. Dennoch arbeiten weiterhin rund drei Millionen Haushaltshilfen in Deutschland schwarz. mehr