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Viele genießen an ihrem Minijob vor allem die Steuerfreiheit. Quelle: Tyler Olson – Fotolia

„Brutto gleich netto“ heißt die Zauberformel für Minijobber. Das genießen auch diejenigen, die dem Minijob zusätzlich zu einem Hauptberuf nachgehen. Denn so mancher verdient mit dem abgabefreien Job netto mehr, als wenn er in seinem Hauptjob Überstunden macht oder seine Arbeitszeit von Teilzeit auf Vollzeit erhöht. Ein Beispiel: Um zusätzlich rund 8,50 Euro netto für eine Stunde Arbeit zu verdienen, müsste ein alleinstehender Vollzeitbeschäftigter in einem regulären Job einen Bruttostundenlohn von rund 17 Euro erzielen. Verdient er weniger, lohnt sich für ihn der Minijob mehr.

Nach den Plänen des Wissenschaftlichen Beirats des Bundeswirtschaftsministeriums soll damit bald Schluss sein – zumindest, wenn der Minijob als Zweitjob in einer Ehe ausgeübt wird. Die geringfügige Beschäftigung für diese Fälle zu reformieren, wäre ein Schritt Richtung mehr Steuergerechtigkeit. Denn: Warum soll jemand einen steuerlichen Sonderstatus genießen, wenn der Ehepartner üppig verdient? In diesen Fällen ist der Minijob kein Sprungbrett, sondern ein Steuerschlupfloch.

Auf dem Arbeitsmarkt würde eine Reform der Minijobs insgesamt zudem Fehlanreize beseitigen: Während die Minijob-Wahl für den Einzelnen aus Gründen der Steuerminimierung nachvollziehbar ist, ist die Entscheidung für die Volkswirtschaft nämlich bisweilen schädlich. Denn im Hauptjob – für den sie fundiert ausgebildet sind – erwirtschaften die meisten Arbeitnehmer eine höhere Wertschöpfung als im Mini-Nebenjob, für den oft keine Ausbildung erforderlich ist.

Ansprechpartner

Ruf nach Regulierung
IW-Gewerkschaftsspiegel, 30. November 2016

Crowdworking Ruf nach RegulierungArrow

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiierten Dialogs „Arbeit 4.0“ werden gegen Ende dieses Jahres Vorschläge präsentiert, wie die sozialen Bedingungen und Spielregeln der zukünftigen Arbeitsgesellschaft gestaltet werden sollen. Dabei wird auch über eine Regulierung des Crowdworkings diskutiert. mehr

iwd
30. September 2016

Geringfügig Beschäftigte Minijobs sind kein JobmotorArrow

Minijobs haben, anders als gelegentlich behauptet, nichts zum Beschäftigungsaufbau der vergangenen zehn Jahre beigetragen. Im Gegenteil: Ihre Zahl ist zuletzt sogar leicht zurückgegangen. mehr auf iwd.de

Minijobs im Alter
IW-Nachricht, 30. August 2016

Minijobs im Alter Rentner wollen sich was gönnenArrow

In Deutschland haben rund 900.000 Rentner einen Minijob. Was einige Politiker vorschnell als Signal für eine steigende Altersarmut werten, ist aber eigentlich positiv: Die Entwicklung dürfte eher auf einen gesunden Arbeitsmarkt zurückzuführen sein. mehr