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Die gesetzliche Rentenversicherung funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Die Höhe der Rente bemisst sich in erster Linie an dem, was an Beiträgen eingezahlt wurde. Da Minijobber nur wenig einzahlen, erhalten sie auch nur geringe Renten. Da zwei Drittel der ausschließlich geringfügig Beschäftigten Frauen sind, wittern einige sogleich Altersarmut für Millionen Frauen.

Berücksichtigt werden muss aber, dass der Verdienst aus dem Minijob in den meisten Fällen nur ein Teil des gesamten Haushaltseinkommens darstellt. Nur 19 Prozent der geringfügig beschäftigten Frauen sind alleinstehend oder alleinerziehend. Die große Mehrheit lebt in Paarhaushalten und profitiert im Alter von den Alterseinkünften ihrer Partner.

Hinzu kommt, dass ein Minijob für viele nur eine vorübergehende Episode in ihrer Erwerbsbiographie ist. Von allen geringfügig Beschäftigten des Jahres 2003 war fünf Jahre später nur ein Drittel immer noch in einem Mini-Job beschäftigt.

Kurz erklärt: Armut

Jemand gilt laut einer Konvention als einkommensarm, wenn das bedarfsgewichtete Nettoeinkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens beträgt. Der Anteil der Personen, die in einer solchen relativen Einkommensarmut leben, wird als Armutsrisikoquote bezeichnet. Die Armutsdefinition der Europäischen Kommission geht noch etwas weiter. Laut der EU sind verarmte Personen „Einzelpersonen, Familien und Personengruppen, die über so geringe (materielle, kulturelle und soziale) Mittel verfügen, dass sie von der Lebensweise ausgeschlossen sind, die in dem Mitgliedsstaat, indem sie leben, als Minimum hinnehmbar ist.“

Ansprechpartner

Interview, 25. November 2016

Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk "Gut, dass die Koalition sich nicht darauf hat einigen können"Arrow

Arbeitsministerin Andrea Nahles habe mit ihrem Wunsch, das Rentenniveau anzuheben und dafür einen höheren Beitragssatz einzufordern, Lasten verschoben, sagte Jochen Pimpertz im Deutschlandfunk. Und zwar "einseitig auf die jungen Beitragszahler", so der Rentenexperte im Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Dies sei "eine grundlegend falsche Entscheidung". mehr

Zukunft der Altersversorgung
IW-Nachricht, 25. November 2016

Zukunft der Altersversorgung Der Renten-Wahlkampf ist eröffnetArrow

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles plädiert für ein Mindestrentenniveau von 46 Prozent auch nach dem Jahr 2030. Das wird nur mit höheren Belastungen der nachfolgenden Generationen möglich sein. Den Nachweis, warum die bisherige doppelte Haltelinie nicht reicht, bleibt die Ministerin schuldig. mehr

Rentengipfel
IW-Nachricht, 24. November 2016

Rentengipfel Weitblick statt AktionismusArrow

Wenn die Große Koalition um einen Rentenkompromiss streitet, geht es nicht nur um einen Interessenausgleich zwischen gut und gering verdienenden Arbeitnehmern sowie Menschen mit niedrigen oder hohen Renten. Es geht eigentlich auch um die Interessen der jungen Beitragszahler und Kinder – doch die werden häufig nicht berücksichtigt. mehr