Mindestlohn-Debatte Image
Quelle: Fotolia

Mit einem Stundenlohn von 8,50 Euro können Vollzeitarbeitnehmer im Monat etwas mehr als 1.400 Euro brutto erzielen. Der Staat behält davon 85 Euro Einkommensteuer und rund 290 Euro Sozialversicherungsbeiträge ein. Somit bleiben dem Arbeitnehmer rund 1.060 Euro netto übrig. Ein Alleinstehender hat damit gerade so viel, dass er keinen Anspruch auf ergänzende Leistungen des Arbeitslosengeldes II hat.

Anders sieht es bei größeren Haushalten aus: Hier liegt das Arbeitslosengeld II höher als der Verdienst aus der Erwerbstätigkeit zum Mindestlohn – selbst wenn das Kindergeld als zusätzliche Einkommensquelle berücksichtigt wird.

Im Ergebnis könnten also allenfalls vollzeitbeschäftigte Alleinstehende darauf hoffen, dass sie durch den Mindestlohn nicht mehr „aufstocken“ müssen. Das waren zuletzt allerdings nur rund 80.000 Personen. Ihnen bliebe der Gang zum Job-Center aber auch nur dann erspart, wenn der Mindestlohn nicht dazu führt, dass ihr Job komplett verloren geht.

Ansprechpartner

Jochen Pimpertz in der Bilanz
Gastbeitrag, 18. August 2016

Jochen Pimpertz in der Bilanz Das falsche InstrumentArrow

Die SPD schlägt Freibeträge in der Sozialversicherung vor, um Haushalte niedrigen und mittleren Einkommens zu entlasten. Die Idee setze nicht an der richtigen Stelle an, schreibt Jochen Pimpertz, IW-Experte für Sozialpolitik, in der Bilanz. mehr

Mindestlohn
IW-Nachricht, 28. Juni 2016

Mindestlohn Mit Augenmaß anpassenArrow

Die Mindestlohnkommission schlägt vor, die Lohnuntergrenze ab 2017 auf 8,84 Euro je Stunde anzuheben. Sie hält sich damit an die Regeln des Mindestlohngesetzes. Kritiker fordern dagegen 10 Euro und mehr. Das wäre unverantwortlich, denn noch immer weiß niemand, wie sich der Mindestlohn bei schwächelnder Konjunktur auf den Arbeitsmarkt auswirken wird. mehr