Metall-Tarifabschluss Image
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Die IG Metall hatte nicht nur 5,5 Prozent mehr Lohn für 12 Monate gefordert, sondern auch eine Bildungsteilzeit für die persönliche Weiterbildung auf Kosten der Unternehmen und eine Neuregelung der Altersteilzeit. Der ausgehandelte Kompromiss besteht nun darin, dass die Gewerkschaft ihre Forderungen bei der Finanzierung des persönlichen Bildungsanspruchs zurückgeschraubt hat und die Arbeitgeber ihr erstes Angebot von 2,2 Prozent mehr Lohn deutlich aufgestockt haben.

In anderen Branchen, die derzeit verhandeln, stehen allerdings nicht nur andere Lohnforderungen, sondern auch andere qualitative Themen auf der Agenda: In der Chemischen Industrie geht es neben Lohnverhandlungen – hier werden 4,8 Prozent verlangt – um Forderungen nach einer Arbeitszeitentlastung Älterer. Im Öffentlichen Dienst müssen sich die Tarifpartner endlich darüber verständigen, wie Lehrerinnen und Lehrer eingruppiert werden. Außerdem will ver.di eine überdurchschnittliche Erhöhung der unteren Lohngruppen durchsetzen.

Jede Branche wird daher ihren eigenen Kompromiss ausloten müssen. Ein Blick auf die vergangenen Abschlüsse zeigt, dass der Korridor dafür recht weit ist. Zudem gibt es in diesem Jahr Stufenanpassungen aus dem Vorjahr, die wie bei Banken, Telekom oder Bauindustrie zwischen 2,1 und 2,6 Prozent liegen.

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