Lokführerstreik Image
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Die Bahnunternehmen haben mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG bereits einen Branchentarifvertrag geschlossen, der auch Lokführer berücksichtigt. Dadurch fühlt sich die GDL ihrer Eigenständigkeit beraubt. Auf der anderen Seite fährt die Gewerkschaft eine Maximalstrategie und droht sich dabei zu verheben. Die GDL will nicht nur einen Lokführer-Branchentarifvertrag für den Personennahverkehr. Sie verhandelt auch mit verschiedenen Unternehmen im Güterverkehr. Ziel ist „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ - unabhängig davon, wo ein Lokführer eingesetzt wird. Außerdem fordert sie einheitliche Qualifizierungsstandards für Lokführer und eine Art „Lohngarantie“, wenn ein anderer Betreiber den Schienenpersonennahverkehr übernimmt.

Um diese Ziele zu erreichen, muss die GDL akzeptieren, dass Tarifverhandlungen auf beiden Seiten Kompromisse verlangen. Der Konflikt darf nicht auf dem Rücken Unbeteiligter ausgetragen werden, und der Streik darf nur als ultima ratio, als letztes Mittel einsetzt werden. Sollte der Konflikt wirklich eskalieren, wird die GDL geschwächt daraus hervorgehen, weil sie z.B. ihre Streikmacht überschätzt und die Öffentlichkeit gegen sich aufbringt.

13. Januar 2017

ver.di Mit Streiklust gegen MitgliederschwundArrow

Fünfzehn Jahre nach der Gründung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft fällt die Bilanz gemischt aus. Die Mitgliederzahl von ver.di ging um ein gutes Viertel zurück, die Finanzen sind wieder auf dem aufsteigenden Ast – auch dank höherer Lohnabschlüsse. mehr auf iwd.de

IW-Trends, 9. Januar 2017

Hagen Lesch Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.diArrow

Im Jahr 2001 schlossen sich fünf Gewerkschaften zur Vereinten Dienstleis­tungsgewerkschaft (ver.di) zusammen. Fünfzehn Jahre nach der Gründung fällt die ver.di-Bilanz eher gemischt aus. Die Anzahl der Mitglieder sank um 27 Prozent und die Tarifbindung ging in einzelnen Tarifbereichen spürbar zurück. mehr

Verdi im Kampfmodus
IW-Pressemitteilung, 9. Januar 2017

Gewerkschaften Verdi im KampfmodusArrow

Lufthansa, Eurowings, Amazon – das Jahr 2016 war wieder reich an Streiks. Das liegt auch an der veränderten Strategie von Verdi, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt: 15 Jahre nach ihrer Gründung setzt die Dienstleistungsgewerkschaft zunehmend auf Konfrontation. mehr