Wenig Weitblick bei der Bundesbank Image
Quelle: Budimir Jevtic – Fotolia

Jede Lohnpolitik, bei der die Löhne schneller als die Produktivität steigen, treibt die Preise und damit die Inflation. Seit 2005 stiegen die Bruttostundenlöhne in Deutschland um 22,6 Prozent, die Produktivität hingegen nur um 8,2 Prozent. Die deutsche Lohnpolitik beugt also seit Jahren deflationären Tendenzen vor.

Wer jetzt dennoch eine größere Lohndynamik fordert, muss sich bewusst sein, dass höhere Löhne zwar zu höheren Preisen führen können, aber nicht müssen. Denn gerade in einem Umfeld mit verhaltenen Wachstumsaussichten und wachsenden Risiken ist nicht zu erwarten, dass die Unternehmen steigende Löhne einfach auf die Preise überwälzen können. Doch wenn keine entsprechende Überwälzung möglich ist, gehen steigende Lohnkosten vor allem zu Lasten der Unternehmensgewinne und damit der Investitionen. Dass Investitionen ausbleiben, kostet mittelfristig Wachstum und damit die Lohnsteigerungen von Morgen.

Und noch etwas anderes sollten Bundesbank und Europäische Zentralbank bei ihren Lohnforderungen nicht außer Acht lassen: In den vergangenen 15 Jahren hat es regelmäßig Phasen mit geringen Inflationsraten gegeben. Doch trotz maßvoller Lohnabschlüsse in Deutschland gab es keine Deflation.

Ansprechpartner

Presseveranstaltung, 23. Januar 2017

Pressegespräch Mit Trump, trotz Brexit: Wie die EU zu retten istArrow

Das IW hat analysiert, was die EU tun kann, um die Herausforderungen zu meistern und die Wirtschaft langfristig zu stärken. Unter anderem kommt dabei der EZB eine zentrale Rolle zu. Die Ergebnisse und die Entwicklungen erläutert IW-Direktor Michael Hüther in einem Pressegespräch. mehr

13. Januar 2017

ver.di Mit Streiklust gegen MitgliederschwundArrow

Fünfzehn Jahre nach der Gründung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft fällt die Bilanz gemischt aus. Die Mitgliederzahl von ver.di ging um ein gutes Viertel zurück, die Finanzen sind wieder auf dem aufsteigenden Ast – auch dank höherer Lohnabschlüsse. mehr auf iwd.de

10. Januar 2017

Geldpolitik Bargeld bremst Wirkung der GeldpolitikArrow

Die Europäische Zentralbank flutet die Märkte seit Jahren mit Geld, um die Inflation anzukurbeln. Die althergebrachte Methode funktioniert jedoch nicht mehr. Einer der Gründe: Die EU-Bürger horten Bargeld. mehr auf iwd.de