Wenig Weitblick bei der Bundesbank Image
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Jede Lohnpolitik, bei der die Löhne schneller als die Produktivität steigen, treibt die Preise und damit die Inflation. Seit 2005 stiegen die Bruttostundenlöhne in Deutschland um 22,6 Prozent, die Produktivität hingegen nur um 8,2 Prozent. Die deutsche Lohnpolitik beugt also seit Jahren deflationären Tendenzen vor.

Wer jetzt dennoch eine größere Lohndynamik fordert, muss sich bewusst sein, dass höhere Löhne zwar zu höheren Preisen führen können, aber nicht müssen. Denn gerade in einem Umfeld mit verhaltenen Wachstumsaussichten und wachsenden Risiken ist nicht zu erwarten, dass die Unternehmen steigende Löhne einfach auf die Preise überwälzen können. Doch wenn keine entsprechende Überwälzung möglich ist, gehen steigende Lohnkosten vor allem zu Lasten der Unternehmensgewinne und damit der Investitionen. Dass Investitionen ausbleiben, kostet mittelfristig Wachstum und damit die Lohnsteigerungen von Morgen.

Und noch etwas anderes sollten Bundesbank und Europäische Zentralbank bei ihren Lohnforderungen nicht außer Acht lassen: In den vergangenen 15 Jahren hat es regelmäßig Phasen mit geringen Inflationsraten gegeben. Doch trotz maßvoller Lohnabschlüsse in Deutschland gab es keine Deflation.

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Die Belastungs- und Aufkommenswirkungen der kalten Progression
IW policy paper, 2. Dezember 2016

Martin Beznoska Die Belastungs- und Aufkommenswirkungen der kalten ProgressionArrow

Von 2010 bis einschließlich 2015 hat sich die gesamte, nicht mittels Tarifanpassungen ausgeglichene Zusatzbelastung der Steuerzahler durch die kalte Progression auf 36,5 Milliarden Euro summiert. Diese versteckten impliziten Steuererhöhungen durch die kalte Progression sind nicht durch die Gesetzgebung legitimiert und sollten daher von der Politik beseitigt werden. mehr

Arbeitskampf bei der Lufthansa
IW-Nachricht, 23. November 2016

Arbeitskampf bei der Lufthansa Teure Streiks Arrow

Die Deutsche Lufthansa und ihre Tochter Eurowings liegen im Dauerclinch mit den Gewerkschaften. Seit 2014 sind für den Konzern etwa 550 Millionen Euro an Streikkosten angefallen. Allein die vier Streiks seit September dürften 100 Millionen Euro verschlungen haben. Dieses Geld fehlt nicht nur den Aktionären, sondern kann auch nicht in höhere Gehälter fließen. mehr